Crowdfunding: Coliving-Space im Coconat Fläming
Coconat — die Kurzform von Community and Concentrated Work in Nature — ist ein altes Gutshaus in Klein Glien bei Bad Belzig, eine Stunde mit dem Regionalzug von Berlin entfernt. Menschen kommen hierher zum Arbeiten: ein Coworking-Space, Schlafzimmer, eine gemeinsame Küche, und gemeinsames Essen, wenn einem danach ist. Mit rund zwanzig Unternehmen auf dem Gelände, einem Makerspace und einem Start-up-Accelerator, läuft das Projekt seit 2017.
Der Dachboden des Westflügels ist der letzte unfertige Teil des Hauses, und gerade bauen wir ihn aus. Das Dach ist drauf, die Böden liegen, die Balken stehen. Daraus werden sechs Zimmer, zwei Bäder, eine gemeinsame Küche und ein Wohnraum. Rund 100 Quadratmeter unter 250 Jahre altem Holz — gebaut dafür, dass sechs Menschen einen Monat oder länger zusammen hier leben und arbeiten können. Eine Gruppe, eine Küche, ein Tisch.
Dieses Format hat uns bisher gefehlt. Projekte halten sich selten an den Zeitplan; der Prozess um sie umzusetzen dauert meistens länger als erwartet. Dazu brauchen sie Menschen um sich herum, die Initiative zeigen. Erkannt haben wir das an unseren beiden Residencies, die jedes Jahr laufen: Rabbit für Indie-Game-Entwickler:innen und Flämingo für Start-up-Gründende. Der Ablauf ist jedes Mal derselbe: Der Kalender leert sich, die Teams schauen noch einmal neu auf ihre Vorhaben und treffen Entscheidungen, die sie bisher aufgeschoben haben. Fast alle unsere Gäste wollen länger bleiben und der Dachboden würde uns dies ermöglichen.
Wer einen Monat bleibt, lebt irgendwann wie jemand von hier: kennt den Bäcker, bringt das Rad zur Reparatur, hat seinen Platz im Restaurant und einen Termin bei der Physiotherapie. Das ist für die Gäste der Grund, wiederzukommen. Dabei machen die Orte drumherum Umsatz, der sich über Wochen verteilt. Einen Aufenthalt von einem Monat und länger gab es bisher selten, obwohl Brandenburg dafür gut aufgestellt ist.
Lasst uns über Geld sprechen: Das Haus bestimmt die Bedingungen, nicht der Bauherr. Käfer in den tragenden Balken, Denkmalauflagen, Statik — das Budget erreichte deswegen ein Vielfaches der ersten Schätzung. LEADER und ein Bundesprogramm trugen den Bau; der Innenausbau war davon nicht gedeckt.
Unser Crowdfunding läuft vom 22. September bis zum 3. November auf Startnext. 50.000 Euro schließen die Wände, bauen die Küche ein und bringen Heizung und Licht ans Netz. 75.000 Euro richten den Dachboden ein — Betten, Schränke und Tische, die das gemeinsame Leben im Coconat ermöglichen. 100.000 Euro finanzieren geförderte Aufenthalte.
Unterstützen lässt sich das mit einer reinen Spende oder mit einem Dankeschön; die Beiträge reichen von 15 bis 25.000 Euro. Ab 50 Euro ist eine Einladung zur Eröffnungsparty am 4. Dezember einbegriffen. Darüber hinaus gibt es einen Kerzenhalter aus den alten Dachziegeln des Gutshauses, die Fasssauna für einen Abend, zwei Nächte, eine ganze Woche oder ein ganzer Monat in einem der Zimmer und eine Raumpatenschaft über drei Jahre. Für Gruppen ist das größte Dankeschön am interessantesten: Für 10.000 Euro bucht man das gesamte Coconat-Gelände für eine Woche über Weihnachten oder Silvester — Gutshaus, Küche und Grundstück, eine Gruppe, sonst niemand auf dem Hof. Bei fünfzig Personen sind das unter 30 Euro pro Person und pro Nacht. Weihnachten 2026 und Silvester 2026/27 sind frei, ebenso die Termine 2027/28.
Kontakt
Greg Merckelbach