Destinationsmanagement

Software und technische Umsetzung

16.07.2026
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Digitale Lösungen können Kommunen und touristische Akteure dabei unterstützen, Gäste- und Tourismusbeiträge effizienter zu verwalten und Verwaltungsprozesse zu vereinfachen. Elektronische Meldescheine, digitale Gästekarten oder automatisierte Abrechnungssysteme ermöglichen eine zentrale Erfassung von Daten und können gleichzeitig die Servicequalität für Gäste verbessern.

Dabei gewinnen insbesondere digitale Prozesse entlang der gesamten Customer Journey zunehmend an Bedeutung. Von der Buchung und dem digitalen Check-in vor der Anreise bis zur digitalen Gästekarte während des Aufenthalts. 

Diese Seite gibt einen Überblick über zentrale Funktionen digitaler Systeme, technische Anforderungen sowie Hinweise für die praktische Umsetzung in Kommunen. 

Warum digitale Lösungen an Bedeutung gewinnen 

Digitale Systeme können verschiedene Prozesse rund um Gäste- und Tourismusbeiträge bündeln und vereinfachen. Dazu gehören beispielsweise: 

  • Elektronische Meldescheine  
  • Digitale Gästekarten  
  • Digitale Check-in-Prozesse vor der Anreise 
  • Automatisierte Abrechnungen  
  • Statistische Auswertungen  

Ziel ist häufig, Verwaltungsaufwand zu reduzieren, Daten zentral verfügbar zu machen und Abläufe für Gäste, Beherbergungsbetriebe und Verwaltung einfacher zu gestalten. 

Präsentation und Aufzeichnung 

Die Inhalte dieser Seite basieren auf der digitalen Kurzwerkstatt „Software und technische Umsetzung“ im Rahmen der Reihe „Tourismusfinanzierung in Brandenburg“ vom 11.11.2025.

Quelle:

TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH

Teil 5 | Tourismusfinanzierung | Software und technische Umsetzung

In der fünften digitalen Kurzwerkstatt der Reihe „Tourismusfinanzierung in Brandenburg“ dreht sich alles um die technische Umsetzung von Gäste- und Kurbeitrag. 

Digitale Meldescheine und Gästekarten 

Viele Systeme ermöglichen inzwischen die vollständige digitale Abwicklung von Meldeschein- und Gästekartenprozessen. Gäste können ihre Daten bereits vor der Anreise online eingeben und erhalten Gästekarten digital auf das Smartphone oder als Ausdruck. 

Digitale Gästekarten können dabei zusätzlich mit weiteren touristischen Leistungen verknüpft werden, beispielsweise mit ÖPNV-Angeboten, Freizeiteinrichtungen oder Veranstaltungen. 

Schnittstellen und Datenverarbeitung 

Ein wichtiger Bestandteil digitaler Lösungen sind Schnittstellen zwischen verschiedenen Systemen. Viele Anbieter ermöglichen Anbindungen an: 

  • Hotel- und Buchungssysteme  
  • Buchhaltungs- und Finanzsoftware  
  • Statistiksysteme  
  • Apps und Webseiten  
  • Kontroll- und Zugangssysteme  
  • Digitale Karten- und Ticketsysteme 

Schnittstellen können helfen, Daten mehrfach nutzbar zu machen und manuelle Arbeitsschritte zu reduzieren. Gleichzeitig ermöglichen sie statistische Auswertungen in Echtzeit sowie eine bessere Abstimmung zwischen Verwaltung, Tourismusorganisationen und Leistungsträgern. 

Customer Journey und Besucherlenkung 

Digitale Lösungen können dabei helfen, verschiedene Kontaktpunkte entlang des Aufenthalts miteinander zu verbinden und Gäste gezielt durch die Destination zu führen. Gleichzeitig können Kommunen Besucherströme besser nachvollziehen und touristische Angebote digital miteinander verknüpfen. 

Technische und organisatorische Voraussetzungen 

Für die Einführung digitaler Systeme sind häufig nur wenige technische Grundvoraussetzungen notwendig, zum Beispiel: 

  • Internetzugang  
  • Computer oder mobile Endgeräte  
  • Druckmöglichkeiten für Gästekarten oder Meldescheine  
  • Einheitliche Vorlagen und Prozesse 

Darüber hinaus spielen organisatorische Fragen eine wichtige Rolle, etwa: 

  • Zuständigkeiten innerhalb der Verwaltung  
  • Support- und Hotline-Strukturen  
  • Schulungen für Mitarbeitende und Leistungsträger  
  • Regelmäßige Updates und Wartung  
  • Kommunikation mit touristischen Leistungsträgern 

Datenschutz und rechtliche Anforderungen 

Bei digitalen Meldesystemen spielen Datenschutz und Datensicherheit eine wichtige Rolle. 

Wichtig sind unter anderem: 

  • Datenschutzkonforme Verarbeitung personenbezogener Daten  
  • Nachvollziehbare Zugriffs- und Rollenrechte  
  • Sichere Datenübertragung  
  • Dokumentation und Nachvollziehbarkeit von Prozessen  
  • Klare Regelungen in Satzungen und Verfahren 

Einige Systeme verfügen zusätzlich über Datenschutz-Zertifizierungen oder Prüfungen zur Verfahrenssicherheit. 

Typische Herausforderungen in der Praxis 

Viele Kommunen stehen bei der technischen Umsetzung vor ähnlichen Fragen, zum Beispiel: 

  • Welche Softwarelösung passt zur Kommune?  
  • Welche Schnittstellen werden benötigt?  
  • Wie hoch ist der Verwaltungsaufwand?  
  • Welche Prozesse sollen digitalisiert werden?  
  • Wie können Gäste und Leistungsträger eingebunden werden?  
  • Welche analogen Prozesse bleiben weiterhin notwendig?  
  • Wie werden Datenschutz und Support organisiert? 

Wichtig ist dabei häufig eine realistische Abwägung zwischen technischem Aufwand, Kosten und praktischem Nutzen. 

Tipps für Kommunen 

Erfolgreiche Kommunen setzen bei der technischen Umsetzung häufig auf: 

  • Verständliche und nutzerfreundliche Systeme  
  • Klare Zuständigkeiten und Supportstrukturen  
  • Frühzeitige Einbindung von Leistungsträgern  
  • Standardisierte Prozesse und Vorlagen  
  • Offene Schnittstellen zu bestehenden Systemen  
  • Regelmäßige Schulungen und Informationsangebote 

Hilfreich kann außerdem eine schrittweise Einführung neuer Funktionen sein, beispielsweise zunächst mit digitalen Meldescheinen und später mit digitalen Gästekarten oder weiteren Schnittstellen. 

Checkliste: Zur organisatorischen Umsetzung 

Vorüberlegungen

  • Wurden relevante Touchpoints und Kontaktpunkte innerhalb der Destination betrachtet?  
  • Wurde die Customer Journey der Gäste analysiert?  
  • Sind Zielgruppen und Gästeverhalten ausreichend berücksichtigt?  
  • Wurden Aufwand und Nutzen der technischen Umsetzung realistisch abgewogen? 

Kommunikation

  • Gibt es digitale und analoge Informationsangebote für Gäste?  
  • Ist die Kommunikation mit Gästen und touristischen Leistungsträgern frühzeitig eingeplant?  
  • Wurden geeignete Kontakt- und Ausgabestellen identifiziert?  
  • Sind die Prozesse für Gäste verständlich und nutzerfreundlich gestaltet?  

Erhebung und Auswertung

  • Ist die Erhebung administrierbar und praktikabel umsetzbar?  
  • Werden bestehende Datenquellen und statistische Grundlagen genutzt?  
  • Können Besucherströme und Nutzungsverhalten ausgewertet werden?  
  • Werden Möglichkeiten zur Besucherlenkung berücksichtigt? 

 

Checkliste: Zur technischen Umsetzung 

Technische Voraussetzungen

  • Gibt es eine stabile Internetverbindung und geeignete Endgeräte?  
  • Sind Druckmöglichkeiten für Meldescheine oder Gästekarten vorhanden?  
  • Wurden einheitliche Vorlagen und Prozesse definiert?  
  • Sind Datenschutz und Datensicherheit ausreichend berücksichtigt? 

System und Schnittstellen

  • Welche Schnittstellen zu Hotel-, Buchhaltungs- oder Statistiksystemen werden benötigt?  
  • Sind digitale Gästekarten oder digitale Check-in-Prozesse vorgesehen?  
  • Welche Anforderungen bestehen an Auswertungen und Statistiken?  
  • Wie können digitale und analoge Prozesse sinnvoll kombiniert werden? 

Organisation und Betrieb

  • Gibt es klare Zuständigkeiten und Supportstrukturen?  
  • Sind Schulungen und Informationsangebote für Mitarbeitende und touristische Leistungsträger eingeplant?  
  • Wie werden Wartung, Updates und laufende Betreuung organisiert?  
  • Ist eine schrittweise Einführung neuer Funktionen vorgesehen?