Marke & Marketing
Infrastruktur & Mobilität
Marktforschung

Fahrradtourismus birgt noch ungenutztes Potenzial

04.11.2026
Sharing
  • In Zwischenablage kopiert

Der Fahrradtourismus ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Zugleich bestehen Chancen, noch mehr Menschen für Radreisen und Radausflüge zu gewinnen. Dies zeigen erste Ergebnisse einer neue Grundlagenuntersuchung des Deutschen Tourismusverbands.

Fahrradtourismus bedeutender Wirtschaftsfaktor

Fahrradtourismus ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für Deutschland. Im Jahr 2025 haben fahrradtouristische Reisen und Tagesausflüge einen Bruttoumsatz von 18,1 Milliarden Euro an den Zielorten in Deutschland und eine direkte und indirekte Wertschöpfung von 8,4 Milliarden Euro ausgelöst. Das zeigen erste Ergebnisse der neuen Grundlagenuntersuchung „Fahrradtourismus in Deutschland“ des Deutschen Tourismusverbands (DTV).

Zwei Radfahrer stehen unter einem Schild der Knotenwegweisung
Quelle:

Frank Günther

Knapp 320 Millionen fahrradtouristische Ausflüge sind im vergangenen Jahr verzeichnet worden. Dies zeige, dass Deutschland ein attraktives Radreiseland ist, erklärt Dr. Claudia Elif Stutz, Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr. „Der Radverkehr wirkt dabei weit über den Verkehrsbereich hinaus: Er verbindet Mobilität, Lebensqualität und wirtschaftliche Entwicklung"  so Stutz weiter. Nun gelte es, mit dem Radnetz Deutschland dieses Potenzial weiter zu erschließen und die Infrastruktur zu stärken, von der Reisende und Pendlerinnen und Pendler vor Ort gleichermaßen profitieren.

DTV-Präsident Reinhard Meyer ergänzt: „Fahrradtourismus ist längst kein Nischenmarkt mehr. Damit noch mehr Menschen das Fahrrad im Urlaub und bei Ausflügen nutzen, brauchen wir verlässlich gepflegte Radwege, eine gute Anbindung an Bus und Bahn und Angebote, die sich einfach planen und buchen lassen." Er ruft Bund, Länder, Kommunen und Tourismuswirtschaft diesbezüglich zur Zusammenarbeit auf.

Großes Interesse, ungenutztes Potenzial

Neben seiner wirtschaftlichen Bedeutung zeigen die Untersuchungsergebnisse erhebliche Potenziale für die weitere Entwicklung. 27,8 Millionen Menschen zwischen 14 und 74 Jahren interessieren sich stark für Radfahren oder Mountainbiken im Urlaub. Doch längst nicht alle setzen dieses Interesse in tatsächliche Reisen oder Ausflüge um. Besonders bei jüngeren Menschen, Familien und urbanen Zielgruppen werden Chancen gesehen, zusätzliche Gäste zu gewinnen. Auch potenzielle Gäste aus den Niederlanden, der Schweiz und Österreich, und ältere, reisefreudige Zielgruppen bieten weitere Entwicklungsmöglichkeiten.

Vollständige Grundlagenuntersuchung erscheint in Kürze 

Die neue Grundlagenuntersuchung „Fahrradtourismus in Deutschland“ knüpft an die erste bundesweite Untersuchung aus dem Jahr 2009 an. Sie beleuchtet die wirtschaftliche Bedeutung des Fahrradtourismus, die Entwicklung von Angebot und Nachfrage sowie aktuelle Trends und Herausforderungen. Darüber hinaus leitet sie Handlungsempfehlungen für die weitere Entwicklung des Fahrradtourismus in Deutschland ab.

Einen ersten Einblick in die zentralen Ergebnisse bietet der bereits verfügbare Kurzbericht. Die Veröffentlichung der vollständigen Grundlagenuntersuchung mit vertiefenden Analysen und Handlungsempfehlungen erfolgt zeitnah.

Über die Grundlagenuntersuchung

Die Grundlagenuntersuchung „Fahrradtourismus in Deutschland“ wurde vom Deutschen Tourismusverband (DTV) als Projektträger beauftragt und mit Förderung des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) erarbeitet. Die wissenschaftliche und fachliche Bearbeitung haben die dwif-Consulting GmbH und absolutGPS übernommen.