Marke & Marketing
Infrastruktur & Mobilität
Nachhaltigkeit

Umfrage zur Klimawandelanpassung im Radtourismus

24.09.2026
Sharing
  • In Zwischenablage kopiert

Der ADFC untersucht, wie sich der Klimawandel auf den Radtourismus auswirkt und welche Schutzmaßnahmen Radreisende bereits wahrnehmen. Touristikerinnen, Touristiker und Routenbetreibende sind aufgerufen, ihre Erfahrungen und Bedarfe zu teilen.

Klimawandel stellt den Radtourismus vor neue Anforderungen

Hitzewellen, Trockenphasen, Unwetter und Starkregen können den Radtourismus zunehmend beeinflussen. Radreisende halten sich überwiegend im Freien auf und verfügen häufig nicht über Ortskenntnisse. Damit gehören sie zu den Gruppen, die bei Anpassungsmaßnahmen besonders berücksichtigt werden sollten.

Paar auf Gravelbikes fahren auf Radweg neben einem Gewässer in Brandenburg
Quelle:

TMB Tourismus-Marketimg Brandenburg GmbH

Steffen Lehmann

Die Daten der ADFC-Radreiseanalyse zeigen bislang keine deutliche Verschiebung der Radreisesaison. Zwischen 2017 und 2025 veränderte sich der Zeitpunkt des Reiseantritts nur geringfügig. Die Monate Mai und Juni waren bereits 2017 beliebter als Juli und August. Auch die Nachfrage in den Wintermonaten blieb im betrachteten Zeitraum weitgehend stabil.

Niederschlag beeinflusst die Nachfrage stärker als Hitze

Die Auswertung deutet darauf hin, dass hohe Niederschläge die Entscheidung für eine Radreise stärker beeinflussen als hohe Temperaturen. In Jahren mit vielen heißen Tagen waren weiterhin viele Radreisende unterwegs. Gleichzeitig könnten steigende Temperaturen und das zunehmende Durchschnittsalter der Radreisenden dazu führen, dass die Sommermonate künftig unattraktiver werden.

Radreisende planen vorausschauender, um passende Unterkünfte entlang der Strecke zu buchen, da diese in beliebten Reisezielen sonst nicht mehr verfügbar sind. Der Wunsch nach Spontanität und Flexibilität während der Radreise lässt sich nicht mit dem bestehenden Angebot an Unterkünften vereinbaren. Das bedeutet auch, dass ein Teil der Radreisenden ihre Tour unabhängig vom Wetter antreten, weil sie ihre Unterkünfte bereits gebucht haben. 

Schutzmaßnahmen werden bislang nur teilweise wahrgenommen

Die ADFC-Radreiseanalyse enthält inzwischen auch Fragen zu Maßnahmen der Klimawandelanpassung. Von den befragten Radreisenden, die mindestens drei Übernachtungen unterwegs waren, gaben 36 Prozent an, dass Einrichtungen zum Schutz vor Extremwetter ausreichend vorhanden waren. Dazu zählen beispielsweise Unterstände, Schattenplätze oder schattige Streckenabschnitte. Informationen zum Schutz vor Extremwetter nahmen lediglich 26 Prozent der Befragten wahr. 

Daraus ergeben sich zentrale Fragen für die Praxis: 

  • Suchen Radreisende diese Informationen bislang zu wenig und nehmen sie deshalb nicht wahr?
  • Sind entsprechende Einrichtungen und Hinweise noch nicht ausreichend vorhanden?