Marke & Marketing
Infrastruktur & Mobilität

Potsdam-Mittelmark setzt bei Wanderwegen auf Qualität

03.11.2026
Sharing
  • In Zwischenablage kopiert

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark investiert weiterhin in die Pflege seiner Wanderwege. Angesichts der aktuellen Haushaltslage wird der Umfang der Unterhaltung jedoch reduziert. Unter dem Leitgedanken „Qualität vor Quantität“ sollen künftig klare Prioritäten gesetzt werden.

Das auf vier Jahre begrenzte Konzept verfolgt ein zentrales Ziel: Die Nutzbarkeit und Funktionsfähigkeit der Wege sollen erhalten bleiben. Dazu gehören eine gut sichtbare Beschilderung, begehbare Wege und Brücken sowie gepflegte Rastplätze.

Foto Kunstwanderweg - rollende Kühe als Kunstobjekte
Quelle:

TMB-Fotoarchiv

Paul Hahn

Premiumrouten im Mittelpunkt

Besondere Aufmerksamkeit erhalten der Burgenwanderweg und der Kunstwanderweg Hoher Fläming. Beide Wege werden vom Deutschen Wanderverband regelmäßig zertifiziert und zählen zu den Premiumrouten der Region.

Zweimal jährlich sind Kontrollen vorgesehen. Fehlende Markierungen und defekte Wegweiser sollen zeitnah erneuert werden. Außerdem sollen Vegetation entlang der Wege sowie die Kunstwerke am Kunstwanderweg regelmäßig freigeschnitten werden. So sollen die bestehenden Qualitätsauszeichnungen erhalten bleiben.

Auch weitere wichtige Wanderwege sollen mindestens einmal jährlich kontrolliert und bei Bedarf gepflegt werden. Dazu zählen unter anderem die Top-Wanderwege im Naturpark Hoher Fläming, die 66-Seen-Tour, und der Elbe-Havel-Weg.

Weniger Fläche, klare Standards

Bis 2025 wurden im Landkreis 59 Wege mit einer Gesamtlänge von rund 1.000 Kilometern betreut. Das flächendeckende Wegenetz erstreckt sich zwischen Werder (Havel), Wiesenburg und Wusterwitz.

Die Pflege dieses umfangreichen Netzes kostete zuletzt 150.000 Euro. Nach dem Ende der Zusammenarbeit mit dem Verein Soziale Arbeit Mittelmark im Jahr 2025 wurde das Wegemanagement vorübergehend unter anderem durch Bauhöfe in Bad Belzig und Niemegk unterstützt.

Für die weiteren Wanderwege sieht das neue Konzept weiterhin jährliche Kontrollen und notwendige Pflegearbeiten vor. Der Aufwand soll dabei auf 60.000 Euro pro Jahr begrenzt werden. Das Wegemanagement soll erneut an einen Dienstleister vergeben werden.

Kooperation und Ehrenamt stärken

Wirtschaftsdezernent Martin Rätz sieht in der Pflege der Wanderinfrastruktur sowohl eine wichtige Maßnahme der Tourismusförderung als auch einen Beitrag zur Lebensqualität der Menschen in der Region. Er setzt sich zudem für eine stärkere interkommunale Zusammenarbeit ein.

Anika Burmeister, die im Landratsamt Bad Belzig für die Tourismuswirtschaft verantwortlich ist, möchte außerdem den Kreis der ehrenamtlichen Wegewartinnen und Wegewarte erweitern. Derzeit engagieren sich 20 Personen in dieser Funktion.

Der Vorsitzende des Naturparkvereins, Stefan Ratering, verweist auf die gute Grundausstattung des Wegenetzes. Eine Saison ohne umfassende Pflege sei deshalb zu überbrücken, Beschwerden habe es bislang nicht gegeben. Mit der Konzentration auf besonders wichtige Routen sollen die vorhandenen Mittel künftig gezielter eingesetzt und zentrale Qualitätsstandards gesichert werden.