Nachhaltigkeit

KlimaViewer Brandenburg: Klimadaten für den Tourismus nutzen

04.11.2026
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Hitze, Trockenheit und Starkregen wirken sich zunehmend auf touristische Angebote aus. Der neue KlimaViewer Brandenburg hilft Betrieben und Destinationen dabei, mögliche Belastungen am eigenen Standort zu erkennen und Anpassungsmaßnahmen vorzubereiten.

Screenshot aus dem KlimaViewer Brandenburg

Screenshot aus dem neuen KlimaViewer mit dem Wärmebelastungsindex für Potsdam (erstellt durch ThINK GmbH Jena im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz Brandenburg)

Quelle:

LGB

Wärmebelastung am eigenen Standort erkennen

Ein wichtiger Bestandteil des KlimaViewers ist der Wärmebelastungsindex. Er zeigt, wo in Brandenburg besonders hohe thermische Belastungen auftreten können. Berücksichtigt werden unter anderem Landoberflächentemperatur, Vegetation, Versiegelungsgrad und Bebauungsdichte. Dank einer räumlichen Auflösung von 10 × 10 Metern werden auch kleinräumige Unterschiede sichtbar. 

Betriebe können so prüfen, ob Gebäude, Terrassen, Spielplätze oder wichtige Wege in besonders belasteten Bereichen liegen. Die möglichen Maßnahmen reichen von zusätzlicher Verschattung und Begrünung bis hin zu Trinkwasserangeboten und kühleren Aufenthaltsbereichen.

Touristische Angebote anpassen

Die Daten können auch bei der Gestaltung von Angeboten helfen. Führungen, Rad- und Wandertouren lassen sich an heißen Tagen beispielsweise in die Morgen- oder Abendstunden verlegen. Schattige Pausenorte, alternative Routen und Hinweise auf Trinkmöglichkeiten verbessern den Komfort und die Sicherheit der Gäste.

Für kurzfristige Entscheidungen sollten die langfristigen Klimadaten jedoch immer durch aktuelle Wetter- und Warninformationen ergänzt werden.

Investitionen gezielter planen

Der KlimaViewer kann eine erste Orientierung geben, wo Investitionen in die Klimaanpassung besonders sinnvoll sind. Dazu gehören etwa Sonnenschutz, Begrünung, Entsiegelung, Regenwasserrückhalt sowie die klimaangepasste Gestaltung von Außen- und Aufenthaltsflächen.

Auch mögliche Folgen von Starkregen und Trockenperioden sollten berücksichtigt werden. Besonders relevant sind dabei Zufahrten, Wege, Veranstaltungsflächen, Grünanlagen sowie wasserabhängige Freizeitangebote. Der KlimaViewer ersetzt allerdings keine fachliche Prüfung oder Planung vor Ort.

Destinationen gemeinsam klimaresilient entwickeln

Für Tourismusorganisationen, Kommunen und regionale Netzwerke macht der KlimaViewer sichtbar, wo Anpassungsbedarf über einzelne Betriebsgrenzen hinaus besteht. Auf dieser Grundlage können gemeinsame Maßnahmen entwickelt werden – beispielsweise Schattenplätze, Trinkbrunnen, klimaangepasste Rastplätze oder alternative Wegeführungen.

Die zugrunde liegenden Daten stehen zudem über Webdienste zur Verfügung. Dadurch können sie in andere Anwendungen eingebunden und für betriebliche, kommunale oder wissenschaftliche Fragestellungen genutzt werden.

So gelingt der Einstieg

Für die erste Nutzung genügen drei Schritte:

  1. Den eigenen Standort im KlimaViewer suchen. 
  2. Themen wie Wärmebelastung, Niederschlag und Wasserhaushalt prüfen. 
  3. Mögliche Maßnahmen im Betrieb und mit regionalen Partnern besprechen.

Der KlimaViewer befindet sich derzeit im Prototypstadium und soll schrittweise um neue Funktionen und Modellauswertungen erweitert werden. Für touristische Leistungsträger ist er bereits jetzt ein hilfreiches Werkzeug, um Klimarisiken räumlich einzuordnen und die Anpassung des eigenen Angebots vorausschauend zu planen.

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