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Kyritz-Ruppiner Heide ist Internationaler Sternenpark

03.02.2026
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Die Kyritz-Ruppiner Heide ist mit rund 12.000 Hektar die zweitgrößte, zusammenhängende Heidefläche Deutschlands. Das Gebiet des früheren sowjetischen Bombenabwurfplatzes („Bombodrom“) steht größtenteils seit 2012 als Fauna-Flora-Habitat unter Schutz. Nun ist es von der Organisation DarkSky International (DSI) offiziell als Internationaler Sternenpark zertifiziert worden.

Im Jahr 2011 übernahm die Heinz Sielmann Stiftung insgesamt 4.000 Hektar der Fläche, um diese dauerhaft für den Naturschutz zu sichern. Im Jahr 2021 wurde die Kyritz-Ruppiner-Heide in den Naturpark Stechlin-Ruppiner Land eingegliedert, einer der 15 Naturlandschaften Brandenburgs. Da das Gebiet unbewohnt ist, gibt es in der Region kein künstliches Licht, was zu einem außergewöhnlich dunklen Himmel führt.

Im Jahr 2022 hat die Kommunale Arbeitsgemeinschaft Kyritz-Ruppiner Heide beschlossen, einen Antrag auf Ausweisung als Sternenpark zu stellen. Im November 2023 hat sich der Landkreis Ostprignitz-Ruppin offiziell als Antragsteller für die Zulassung der Kyritz-Ruppiner Heide als Sternenpark bei DarkSky International registrieren lassen. Damit gibt es im Land Brandenburg nun bereits zwei Sternenparks. Im Jahr 2014 erhielt der Sternenpark Westhavelland die erste Zertifizierung deutschlandweit. 

Ralf Reinhardt, Landrat des Landkreises Ostprignitz-Ruppin, sieht im Sternenpark ein Alleinstellungsmerkmal für die Region und betont die Möglichkeit, in den kommenden Jahren neue Perspektiven  für den Tourismus zu entwickeln. 

Dr. Mario Schrumpf, Leiter des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land weist auf die Bedeutung der Ausweisung als Sternenpark für den Schutz der Nacht im Naturpark hin, von der Menschen sowie die Tier- und Pflanzenwelt profitieren. Dies betont auch Jochen Paleit, Vorstandsvorsitzender der Heinz Sielmann Stiftung: Die Dunkelheit ermöglicht vielen seltenen Arten einen einen natürlichen Lebensrhythmus und begünstigt die enorme Artenvielfalt im Gebiet. 

Gruppe mit Zertifikat am Aussichtsturm in der Kyritz-Ruppiner-Heide

Die Kyritz-Ruppiner-Heide hat die Zertifizierung zum Internationalen Sternenpark erhalten.

Quelle:

Landkreis OPR

Alexander von Uleniecki

Mehr Möglichkeiten für Astro- und Naturtourismus geplant

Mit dem nun offiziell zertifizierten Sternenpark Kyritz-Ruppiner Heide werden zukünftig die Potenziale des Astrotourismus für die naturtouristische Entwicklung der ländlichen Region erschlossen. Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin hat dazu eine Machbarkeitsstudie mit einer Vielzahl an Vorschlägen erarbeiten lassen. Unter Nutzung europäischer Fördermittel sollen in Zusammenarbeit mit dem bereits bestehenden Natur- und Sternenpark Westhavelland perspektivisch mehrere Beobachtungsplätze eingerichtet werden.

An ausgewählten Standorten wird dafür Infrastruktur für den Astrotourismus entwickelt, wie beispielsweise Aussichtsplattformen, Beobachtungsliegen, Polarsternfinder und Informationstafeln. Es sollen regelmäßig unter anderem Sternenführungen, thematische Wanderungen und Vorträge angeboten werden. Neben der Ausbildung von Sternenführerinnen und Sternenführer werden lokale, zertifizierte Natur- und Landschaftsführerinnen und Landschaftsführer dahingehend geschult, das Thema Dunkelheit und Lichtverschmutzung in ihre Programme aufzunehmen.

Weitere Informationen:

https://www.sielmann-stiftung.de/

https://www.kyritz-ruppiner-heide.de/home.html

 

 

Zwei Menschen im Liegestuhl in der Kyritz-Ruppiner-Heide am Abend.

Nach der Anerkennung zum Sternenpark sollen weitere Angebote für den Natur- und Astrotourismus geschaffen werden.

Quelle:

TMB-Fotoarchiv

Steffen Lehmann