Woche 5: Camping
Wie Sie Ihren Campingplatz klimafit machen – praktische Tipps für Gebäude, Stellplätze & Grünflächen
Liebe Campinganbieterinnen und -anbieter,
immer häufiger wird sichtbar, wie verletzlich Campingplätze gegenüber Klimaveränderungen sind. Hitze, Starkregen und Dürreperioden stellen nicht nur Gäste, sondern auch die gesamte Infrastruktur vor neue Herausforderungen. Wer jetzt handelt, kann Schäden vermeiden, die Aufenthaltsqualität steigern und langfristig Geld sparen.
In Brandenburg wird sich die Zahl der Hitzetage über 30 °C bis 2050 nahezu verdoppeln. Gleichzeitig nehmen Starkregenereignisse deutlich zu. Für Campingbetriebe bedeutet das: Sanitärgebäude, Stellplätze, Versorgungsleitungen und Grünflächen müssen künftig mehr aushalten.
Unsere neue Lerneinheit zeigt, wie Sie Ihren Platz auf diese Veränderungen vorbereiten können, mit praxisnahen Lösungen. Von hitzefesten Sanitärgebäuden über wasserdurchlässige Stellplätze bis hin zu klimaangepasster Vegetation – kleine Schritte mit großer Wirkung.
Lernvideo: Klimaanpassung der Campingplatz-Infrastruktur
Wo steht Ihr Campingplatz?
- Wie sehr heizen sich Ihre Sanitärgebäude an heißen Tagen auf?
- Haben Sie schon einmal erlebt, dass ein Gewitter Ihre Stellplätze überflutet hat?
- Wie oft mussten Sie im Sommer die Bewässerung einschränken oder Wasserleitungen reparieren?
Solche Situationen zeigen, wo Ihre Infrastruktur am stärksten unter Druck steht und wo Sie mit einfachen Anpassungen große Wirkung erzielen können.
Drei zentrale Handlungsfelder
1. Hitzeschutz der Gebäude
Steigende Temperaturen setzen Campinginfrastrukturen zunehmend unter Druck. Besonders Sanitärhäuser, Küchen und Gemeinschaftsräume heizen sich ohne Dämmung oder Verschattung schnell auf über 35 °C auf – eine Belastung für Gäste und Technik gleichermaßen. Durch einfache Maßnahmen wie helle Fassadenfarben, Dachbegrünungen, Sonnensegel oder Pergolen lässt sich die Aufheizung deutlich reduzieren. Ergänzend sorgen Querlüftungen, Ventilationssysteme oder automatische Fensteröffner für Frischluft und verhindern, dass Wasserleitungen oder Elektroanlagen überhitzen. So bleibt der Betrieb auch an Hitzetagen angenehm und sicher.
2. Wassermanagement
Längere Trockenperioden und sinkende Grundwasserspiegel führen zu Wasserknappheit und höheren Kosten, was ein wachsendes Risiko für Campingplätze darstellt. Ein nachhaltiges Wassermanagement kombiniert Spartechnologien mit intelligenter Nutzung vorhandener Ressourcen. Durchflussbegrenzer, wassersparende Armaturen und sensorgesteuerte Duschen senken den Verbrauch spürbar. Gleichzeitig kann Regen- oder Grauwasser für Reinigungs- und Bewässerungszwecke eingesetzt werden. In trockenen Phasen unterstützen angepasste Bewässerungszeiten (frühmorgens oder abends) und tropffreie Systeme die Ressourcenschonung. Das spart Kosten und macht den Betrieb unabhängiger von kommunalen Beschränkungen.
3. Starkregenresilienz der Campingplatzinfrastruktur
Extremwetterereignisse mit Starkregen werden häufiger und intensiver. Herkömmliche Entwässerungssysteme stoßen dabei schnell an ihre Grenzen. Eine klimafitte Infrastruktur schützt Gäste, Gebäude und Technik vor Schäden. Wasserdurchlässige Stellplatzbeläge, Mulden-Rigolen-Systeme und begrünte Versickerungsflächen ermöglichen, dass Regenwasser natürlich abfließen kann, anstatt sich zu stauen. Erhöhte Elektroanschlüsse, Rückstauklappen und gezielte Geländemodellierung verhindern Überschwemmungen in sensiblen Bereichen. So bleibt der Platz auch bei Starkregen funktionsfähig und Gäste fühlen sich sicher. Diese baulichen Maßnahmen bilden das Fundament eines klimaresilienten Campingplatzes.
Ergänzend: Klimaresiliente Bepflanzung
Ergänzend zu diesen Maßnahmen spielt auch die Bepflanzung eine zentrale Rolle: Erfahren Sie, welche hitze- und trockenheitsverträglichen Pflanzen nicht nur Schatten spenden, sondern auch aktiv zur Klimaanpassung beitragen. Sie kühlen die Umgebung, stabilisieren Böden, verhindern Staubentwicklung und schaffen Lebensraum für Insekten und Vögel. So verbessern sie das Mikroklima auf Ihrem Platz und machen ihn für Gäste spürbar angenehmer.
Entdecken Sie in der Infografik Tipps für eine klimafitte Vegetation für Campingplätze.
Inspiration und weiterführende Links
BUND-Seenreport Brandenburg
Relevantes Good Practice: Der Seenreport des BUND zeigt, wie Bürgerwissenschaft, Umweltverbände und Behörden zusammenarbeiten, um Wasserqualität und Biodiversität zu überwachen. Wichtig für alle Betriebe, die an Seen oder Flüssen arbeiten.
Campingplatz Buntspecht (Ferchesar)
Der Campingplatz Buntspecht wurde als Eco-Camping ausgezeichnet und setzt auf artenreiche, heimische Bepflanzungen – ideal für Biodiversität und Mikroklima.
Weitere Unterstützung gefällig?
Selbst-Check: Jetzt eigene Potenziale entdecken!
Wenn Sie herausfinden möchten, wo Ihr Campingplatz aktuell steht und welche Maßnahmen für Sie am wichtigsten sind, nutzen Sie unseren Self-Check zur Klimaanpassung. Er zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie gut Ihr Betrieb bereits vorbereitet ist und wo noch Potenzial liegt.
Chatbot KLARA: Antworten zur Klimaanpassung
Außerdem steht Ihnen unser Chatbot KLARA als Ratgeberin zur Klimaanpassung rund um die Uhr zur Seite: Er beantwortet Ihre Fragen, hilft bei der Einordnung der Inhalte und führt Sie direkt zu den passenden Tipps.
Ausblick
Nächste Woche geht es um ein Thema, das im Ernstfall entscheidend ist: Krisenkommunikation auf Campingplätzen – wie Sie bei Extremwetter richtig reagieren und informieren.
Bleiben Sie dran!