Woche 3: Open Air Veranstaltungen
Wie Sie Ihre Open-Air-Veranstaltung vor Extremwetter schützen – Starkregen, Gewitter & Sturm sicher begegnen
Liebe Veranstalterinnen und Veranstalter von Open-Air-Events,
Starkregen, schwere Gewitter und Stürme treten in Brandenburg inzwischen häufiger und intensiver auf als je zuvor. Was früher Ausnahme war, passiert heute mehrfach pro Saison: Wege werden unpassierbar, Eventflächen überflutet, temporäre Bauten beschädigt und technische Anlagen gefährlich nass. Manche Ereignisse entwickeln sich innerhalb weniger Minuten, oft schneller, als Gäste oder Crew reagieren können.
Wer sich frühzeitig vorbereitet, senkt Risiken deutlich und stärkt gleichzeitig das Sicherheitsgefühl aller Teilnehmenden.
Unsere neue Lerneinheit zeigt Ihnen praxisnah, auf welche Gefahren Open-Air-Veranstaltungen achten müssen und wie Sie Ihr Veranstaltungsgelände wirksam auf Extremwetter vorbereiten inklusive Maßnahmen, die sofort Wirkung zeigen.
Lernvideo: Extremwetter bei Open-Air Events
Wo findet Ihre Veranstaltung statt?
- Wie gut können Ihre Flächen bei Starkregen entwässern?
- Sind Strom- und Wasseranschlüsse erhöht oder anfällig für Überflutung?
- Gibt es sichere Orte oder Schutzräume für Gäste während eines Gewitters?
- Ist geklärt, wer im Ernstfall kommuniziert und über welche Kanäle?
Solche Fragen machen sichtbar, wo Ihr Gelände verwundbar ist und wo gezielte Maßnahmen die Sicherheit deutlich verbessern können.
Drei zentrale Handlungsfelder
1. Starkregen- und Überflutungsschutz
Starkregen mit 30–50 Litern pro Quadratmeter kann selbst gut geplante Entwässerungssysteme überfordern. Versiegelte Flächen oder verdichtete Wege verstärken die Gefahr, dass Wasser sich staut oder unkontrolliert abfließt. Mit einem durchdachten Niederschlagsmanagement – etwa durch wasserdurchlässige Oberflächen, Mulden-Rigolen-Systeme, gezielte Geländemodellierung oder natürliche Versickerungsflächen – können Sie Überflutungen aktiv vorbeugen. Erhöhte Stromanschlüsse, Rückstauklappen und abgesicherte Technikräume schützen darüber hinaus Ihre Infrastruktur und sichern den reibungslosen Ablauf selbst bei Starkregen.
2. Gewitter- und Sturmsicherheit
Offene Veranstaltungsflächen bieten nur begrenzten Schutz – und temporäre Bauten sind besonders gefährdet. Umso wichtiger sind klare Sicherheitsstrukturen: gut sichtbare Rettungspunkte, definierte sichere Aufenthaltsorte und eindeutig kommunizierte Abläufe. Lose Objekte und temporäre Elemente sollten sturmsicher verstaut werden können, während relevante Bereiche – insbesondere rund um Bäume, Spiel- und Aufenthaltszonen – regelmäßige Sicherheitskontrollen benötigen. Ihr Ziel ist klar: Gäste müssen sofort wissen, wohin sie sich im Gefahrenfall begeben und wie sie sich verhalten sollen.
3. Krisenkommunikation & Personalvorbereitung
Im Ernstfall zählt jede Minute. Ein eingespieltes Team entscheidet darüber, wie schnell und professionell reagiert werden kann. Schulen Sie Ihre Crew im Umgang mit Starkregen, Sturm und Gewitter, vermitteln Sie klare Verhaltensregeln und legen Sie Verantwortlichkeiten eindeutig fest. Gäste sollten über Aushänge, QR-Codes, Displays oder digitale Kanäle jederzeit auf Sicherheitsinformationen zugreifen können. Gute Notfallkommunikation schützt Menschen, verhindert Panik und erleichtert die geordnete Fortführung oder Beendigung der Veranstaltung.
In der Infografik finden Sie weitere praxisnahe Empfehlungen.
Neu: Der Podcast zur Klimaanpassung bei Open-Air Veranstaltungen
Klimaanpassung für Open-AirEvents
Zusätzlich erscheint in dieser Woche die Podcastfolge „Klimaanpassung für Open-AirEvents“. Darin erhalten Sie ein praktisches Beispiel aus der Eventbranche, Einschätzungen zu Extremwetterrisiken und konkrete Ansätze, wie Veranstaltungen Hitze, Starkregen und Naturgefahren erfolgreich begegnen können. Der Podcast ist KI-generiert und ideal für unterwegs – kompakt, verständlich und praxisorientiert.
Good-Practice-Beispiel
Der Deutsche Evangelische Kirchentag setzt bei Großveranstaltungen auf umfassende Klimaanpassung, etwa durch Wettermonitoring, Schattenkonzepte, Trinkwasserstellen und Push-Nachrichten. Ergänzt wird dies durch klimaangepasste Planung, geschulte Ehrenamtliche und gezielte Schutzangebote für vulnerable Gruppen.
Ihre nächsten Schritte
Vertiefen Sie die Inhalte der Lerneinheit und übertragen Sie die gewonnenen Erkenntnisse auf die Abläufe und Besonderheiten Ihres eigenen Betriebs. So entwickeln Sie Schritt für Schritt einen klaren, praxisnahen Handlungsrahmen.
Ausblick
Nächste Woche widmen wir uns einem zentralen Thema: Die eigene Betroffenheit einschätzen – Standortfaktoren & Risikoanalyse. Dazu findet ein Webinar am 24. Februar statt.
Fragen zur Klimaanpassung? KLARA gibt Antworten
KLARA ist Ihre Ratgeberin für Klimaanpassung und Risiken im Tourismus. Stellen Sie dem Chatbot eine Frage! Sie steht Ihnen rund um die Uhr zur Verfügung, beantwortet individuelle Fragen und führt Sie direkt zu passenden Lösungen.