Woche 3: Wassertourismus
Wie Sie Ihren wassertouristischen Betrieb vor Extremwetter schützen – Starkregen, Gewitter & Sturm sicher managen
Liebe Anbieterinnen und Anbieter im Wassertourismus,
Starkregen, schwere Gewitter und Stürme treten in Brandenburg inzwischen häufiger und intensiver auf als je zuvor. Was früher selten vorkam, geschieht heute mehrmals pro Saison: Steganlagen werden überflutet, Boote beschädigt, Uferbereiche ausgespült oder Lagerräume überschwemmt. Manche Ereignisse entstehen innerhalb weniger Minuten – oft schneller, als Gäste oder Personal reagieren können.
Wer sich rechtzeitig vorbereitet, reduziert Risiken erheblich und stärkt gleichzeitig das Sicherheitsgefühl an Bord und an der Anlegestelle.
Lernvideo: Extremwetter im Wassertourismus
Wo steht Ihr Betrieb und wie verwundbar ist Ihr Standort?
- Wie schnell steigen Wasserstände bei Starkregen oder Sturzfluten in Ihrer Region?
- Sind Strom- und Wasseranschlüsse auf dem Steg ausreichend erhöht und geschützt?
- Können Boote bei Sturm sicher festgemacht werden – auch kurzfristig?
- Gibt es klar definierte sichere Orte für Gäste im Falle eines Gewitters?
- Wissen Sie, wer im Ernstfall kommuniziert und über welche Kanäle?
Drei zentrale Handlungsfelder
1. Starkregen- und Überflutungsschutz
Starkregen überlastet in kurzer Zeit Entwässerungssysteme und führt entlang von Seen und Fließgewässern schnell zu Überschwemmungen. Für wassertouristische Betriebe bedeutet das: überflutete Stege, nasse Technikräume, beschädigte Elektroleitungen oder eingeschränkte Zugänge. Mit einem klugen Wassermanagement lassen sich Schäden aktiv verhindern: erhöhte Stromanschlüsse, gesicherte technische Anlagen, Überprüfung von Risikokarten zu Überschwemmungsgebieten sowie flexible Steganlagen, die sich Wasserständen anpassen können. In Lagerräumen und Hafenbereichen helfen Rückstauklappen, Pumpsysteme und wasserresistente Materialien, Schäden vorzubeugen. Wichtig ist zudem, dass Boote bei Starkregen stabil vertäut und Fender korrekt gesetzt sind.
2. Gewitter- und Sturmsicherheit
Auf dem Wasser sind Gäste extrem exponiert: Boote und Kanus bieten kaum Schutz vor Blitz, Sturm oder Hagel. Deshalb braucht es klare, geübte Sicherheitsprozesse. Dazu gehören definierte Evakuierungswege, sichere Aufenthaltsräume an Land, leicht zugängliche Rettungspunkte und eindeutige Informationswege – idealerweise auch digital oder per SMS. Lose Gegenstände müssen sturmsicher verstaut werden können, und regelmäßige Baum- und Stegkontrollen reduzieren das Risiko herabfallender Äste oder beschädigter Infrastruktur. Gäste sollten jederzeit wissen, wohin sie sich bei einem plötzlich aufziehenden Gewitter begeben müssen. Solche Abläufe retten im Ernstfall Leben.
3. Krisenkommunikation & Personalvorbereitung
Im Ernstfall zählt jede Minute – besonders auf dem Wasser. Ein eingespieltes Team entscheidet darüber, wie schnell und professionell reagiert wird. Schulen Sie Ihr Personal im Umgang mit Sturm, Starkregen und Gewitter, legen Sie Zuständigkeiten klar fest und üben Sie Abläufe regelmäßig. Gäste profitieren von einfachen, klaren Sicherheitshinweisen: per Aushang, QR-Code, App oder Bordmappe. Die Nutzung von Wetter-Apps wie WarnWetter des Deutschen Wetterdienstes ermöglicht eine frühzeitige Warnung – oft entscheidend, um rechtzeitig an Land zu kommen oder Infrastruktur zu sichern. Eine gute Notfallkommunikation schützt Menschen und erleichtert eine schnelle Rückkehr in den Normalbetrieb.
Entdecken Sie in der Infografik weitere Empfehlungen, um die Sicherheit Ihrer Gäste und Ihres Teams zu erhöhen und Schäden an Ihrer Infrastruktur zu minimieren.
Neu: Der Podcast zur Klimaanpassung im Wassertourismus
Klimaanpassung im Wassertourismus
In dieser Woche erscheint die Podcastfolge „Klimaanpassung im Wassertourismus“. Sie hören praxisnahe Beispiele, Einschätzungen aus der Branche und konkrete Ansätze, wie Bootscharter, Kanuanbieter und Fahrgastschifffahrt Extremwetter, Hitze und Naturgefahren erfolgreich begegnen können. Der Podcast ist KI-generiert, leicht verständlich und ideal für unterwegs – und ergänzt die Lerneinheit.
Ihre nächsten Schritte
Vertiefen Sie die Inhalte der Lerneinheit und übertragen Sie die gewonnenen Erkenntnisse auf die Abläufe und Besonderheiten Ihres eigenen Betriebs. So entwickeln Sie Schritt für Schritt einen klaren, praxisnahen Handlungsrahmen.
Ausblick
Nächste Woche geht es um ein Thema, das eng mit Extremwetter zusammenhängt: Die eigene Betroffenheit einschätzen. Dazu findet am 24. Februar das vertiefende Webinar statt. Melden Sie sich hier an!
Fragen zur Klimaanpassung? KLARA gibt Antworten
KLARA ist Ihre Ratgeberin für Klimaanpassung und Risiken im Tourismus. Stellen Sie dem Chatbot eine Frage! Sie steht Ihnen rund um die Uhr zur Verfügung, beantwortet individuelle Fragen und führt Sie direkt zu passenden Lösungen.