Nachhaltigkeit

Klimalexikon

16.12.2025
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Beim Weltklimagipfel der Vereinten Nationen 2015 in Paris beschlossen die Unterzeichnerstaaten, Maßnahmen umzusetzen, um die Erderwärmung auf maximal 1,5⁰ gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Klimawissenschaftler und -wissenschaftlerinnen gehen davon, dass es jenseits dieses Grenzwertes zu gravierenden Folgewirkungen kommen könnte.

Gezieltes Handeln, um sich auf die unvermeidlichen Folgen des Klimawandels einzustellen, Schäden zu vermindern oder zu vermeiden oder mögliche Vorteile zu nutzen.

Die Fähigkeit von Systemen, Institutionen, Menschen und anderen Lebewesen, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen.

Biodiversität bezeichnet die Vielfalt des Lebens auf der Erde. Sie umfasst die Vielfalt der Ökosysteme, die Artenvielfalt und die genetische Vielfalt.

Zustand, bei dem der Körper mehr Flüssigkeit verliert als er aufnimmt, was zu einem Flüssigkeitsmangel führt. Falls dieser nicht zügig ausgeglichen wird, kann es zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen kommen

Unter Dürre versteht man einen Mangel an Wasser, der durch weniger Niederschlag und/oder eine höhere Verdunstung (durch erhöhte Temperatur oder Wind) als üblich verursacht wird. Dürren können je nach Dauer zu Ernteeinbußen in der Landwirtschaft, niedrigen Wasserständen und zu gesamtwirtschaftlichen Schäden führen. 

Der Europäische Green Deal ist ein Bündel politischer Initiativen der Europäischen Kommission mit dem Ziel, die Europäische Union bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu machen. Jedes bestehende Gesetz soll in diesem Kontext auf seine Klimarelevanz überprüft werden. Außerdem sollen neue Rechtsvorschriften in den Bereichen Zirkularität, Gebäudesanierung, Biodiversität, Landwirtschaft sowie Innovation eingeführt werden.

Das Europäische Klimagesetz ist eine rechtlich verbindliche Verordnung der Europäischen Union, die 2021 in Kraft getreten ist. Es schreibt das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 gesetzlich fest und dient als Rahmen für die Umsetzung des Europäischen Green Deals.

Exposition ist im Kontext des Klimawandels ein Maß dafür, wie stark eine Region, ein Unternehmen oder ein System Klimaveränderungen und deren Folgen räumlich ausgesetzt ist

Ein Ereignis, welches an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Jahreszeit selten, d. h. außergewöhnlich, ist. Die Definitionen für “selten” können variieren, weshalb sie in der Regel als →Perzentile angegeben werden. →Hitzetag/Heißer Tag

Tag mit einer Höchsttemperatur von 30⁰C oder mehr.

Eine Hitzewelle ist eine mehrtägige Periode mit ungewöhnlich hoher thermischer Belastung. International existiert keine einheitliche Definition des Begriffs Hitzewelle. Definitionen basieren häufig auf einer Kombination von →perzentilbasierten Schwellenwerten, Tagesmaximumwerten und einer minimalen Dauer.

Analyse der Klimawirkungen auf ein bestimmtes System.

Unter Klima versteht man die Zusammenfassung der Wettererscheinungen, welche den mittleren Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort oder in einem bestimmten Gebiet charakterisiert. Es wird repräsentiert durch die statistischen Gesamteigenschaften (Mittelwerte, Extremwerte, Häufigkeiten, u. a.) über einen genügend langen Zeitraum (i.d.R. 30 Jahre = →Normalperiode). 

Kenngröße (auch Klimaindex genannt), die das Klima an einem Ort charakterisiert, oder die Auswirkungen des Klimawandels veranschaulicht.

Klimamodelle berechnen das Klima der Zukunft mit Hilfe von →Szenarien, welche Annahmen über die zukünftige Entwicklung (z.B. ökonomische Entwicklung, Demographie, Energienutzung) der Welt beinhalten. Da letztere Aspekte Einfluss auf die Konzentration von Treibhausgasen haben, spricht man von Klimaprojektionen und nicht von Klimaprognosen.

Klimaresilienz bezeichnet die Fähigkeit sozial-ökologischer Systeme, Auswirkungen und Belastungen des Klimawandels abzumildern und sich von ihnen zu erholen, während sie ihre Strukturen angesichts langfristiger Veränderungen und Unsicherheiten positiv anpassen und transformieren.

Die Klimarisikoanalyse verfolgt das Ziel, in systematischer Weise möglichst genaue Kenntnisse darüber zu gewinnen, inwiefern Länder, Kommunen, Destinationen oder Unternehmen verwundbar gegenüber den Folgen des Klimawandels sind oder sein werden. Neben der Bestimmung der Klimawirkung auf ein gefährdetes System umfasst sie die Komponenten →räumliche Exposition, →Sensitivität und →Anpassungskapazität.

Aktives Eingreifen des Menschen zur Verringerung der Quellen bzw. zur Förderung der Senken (zur Bindung) von Treibhausgasen. Wird auch Minderung (Mitigation) genannt.

Klimaszenarien beschreiben die möglichen sozio-ökonomischen Entwicklungen auf globaler Ebene bis zum Jahr 2100 (Shared Economic Pathways). Zusammen mit den →Repräsentativen Konzentrationspfaden (Representative Concentration Pathways = RCPs) dienen sie dazu, die Bandbreite möglicher zukünftiger Veränderungen des Klimasystems abzubilden, um dadurch potenzielle Konsequenzen und mögliche Interventionen zu analysieren.

Eine Klimawirkungskette ist ein Konzept, welches zeigt, wie sich Veränderungen in einzelnen Klimaelementen (z.B. Temperatur, Niederschlag) auf andere Faktoren, wie Landschaftselemente, und letztendlich auf menschliche Systeme auswirken. Sie ermöglicht die Analyse von Kaskaden-Effekten des Klimawandels, also wie eine initial klimabedingte Veränderung zu einer Reihe von Folgewirkungen führt. Klimaveränderungen können also direkt oder indirekt entlang einer Kaskade (Wirkungskette) ihre Wirkung entfalten.

CO2 ist ein elementarer Bestandteil des globalen Kohlenstoffzyklus und auch natürlicher Bestandteil der Luft. Durch die Verbrennung fossiler Energieträger wird dieses →Treibhausgas überproportional in die Atmosphäre freigesetzt und treibt die menschgemachte globale Erwärmung an. 

Unterschiedliche →Szenarien (→RCPs) gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und technologischer Entwicklungen, die Zeitreihen von Emissionen und Konzentrationen sämtlicher →Treibhausgase, von Aerosole und chemisch aktiver Gase sowie Landnutzung/Landbedeckung miteinschließen. RCPs beziehen sich in der Regel auf den Zeitraum bis 2100.

Ein Modell ist eine vereinfachte Abbildung eines Originals, welches relevante, charakteristische Eigenschaften desselben definiert. Ein Modell wird dazu verwendet, komplexe Sachverhalte zu erklären, zu analysieren oder vorherzusagen (Modellierung).

Die Normalperiode ist eine klimatologische Referenz- oder Vergleichsperiode, welche den Einfluss der natürlichen Variabilität (Veränderlichkeit) aus der statistischen Betrachtung des Klimas ausklammert. Zu diesem Zweck werden Mittelwerte über einen Zeitraum von 30 Jahren gebildet. Nach der meteorologischen Weltorganisation (WMO) wird

  • zur Bewertung langfristiger Klimaentwicklung die Referenzperiode 1961-1990 beibehalten, da dieser Zeitraum nur zum Teil von der aktuell zu beobachteten beschleunigten Erwärmung betroffen ist;
  • für Aufgaben des Klimamonitorings, also für Anwendungen, die eine Beschreibung des aktuellen Klimas benötigen, z.Zt. die Klimanormalperiode von 1991-2020 verwendet.

Ein Ökosystem ist eine funktionelle Einheit aus einer Lebensgemeinschaft von Organismen und dem Lebensraum selbst. Es ist ein komplexes Netzwerk von Interaktionen zwischen lebenden Organismen und ihrer physischen Umwelt.

Ein Perzentil (auch Prozentrang genannt) ist ein Wert, welcher angibt, wieviel Messwerte in einer nach Größe geordneten Messdatenverteilung unterhalb des angegebenen Perzentils liegen. Ein 10% Perzentil ist also ein Schwellenwert bei dem 10 % aller Werte kleiner oder gleich diesem Schwellenwert sind.

Die Phänologie befasst sich mit den im Jahresablauf periodisch wiederkehrenden Entwicklungserscheinungen (z.B. Blühbeginn von definierten Zeigerpflanzen, wie Apfelbäumen) in der Natur. Von Bedeutung ist sie für die Klimawandelforschung, um z.B. Veränderungen der Jahreszeiten sichtbar zu machen.

siehe →Konzentrationspfade

Als Teil einer →Klimarisikoanalyse beschreibt die Sensitivität die Empfindlichkeit und damit die Anfälligkeit eines betroffenen Systems (z.B. eines Unternehmens oder einer Destination) gegenüber einer bestimmten Klimawirkung. 

Eine Simulation ist eine Nachahmung eines realen Systems, Prozesses oder Ereignisses, das für Schulungen, Experimente oder Analysen verwendet wird. Sie ermöglicht es, in einer kontrollierten Umgebung →Szenarien zu erforschen oder Hypothesen (Annahmen) zu testen.

Tag mit einer Höchsttemperatur von 25⁰C oder mehr.

Von Starkregen spricht man beim Auftreten großer Niederschlagmengen in einer definierten Zeiteinheit. Starkregen kann überall auftreten und zu schnell ansteigenden Wasserständen und/oder Überschwemmungen führen. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Starkregen bei Überschreitung folgender Schwellenwerte:

  • Regenmengen 15 bis 25 l/m² in 1 Stunde oder 20 bis 35 l/m² in 6 Stunden (Markante Wetterwarnung)
  • Regenmengen > 25 bis 40 l/m² in 1 Stunde oder > 35 l/m² bis 60 l/m² in 6 Stunden (Unwetterwarnung)
  • Regenmengen > 40 l/m² in 1 Stunde oder > 60 l/m² in 6 Stunden (Warnung vor extremem Unwetter) 

Eine Sturzflut ist eine plötzlich auftretende Überschwemmung, die durch starken oder übermäßigen Regen innerhalb kurzer Zeit (in der Regel in weniger als 6 Stunden) verursacht wird.

Ein Szenario ist eine konsistente und schlüssige Abfolge von mehreren hypothetischen Ereignissen. Ein Szenario wird für die Prognose von Folgen dieser Ereignisse in möglichen Zukünften genutzt.

Zusammenstellung von Klimakennwerten, mit deren Hilfe es möglich ist zu beurteilen, inwiefern das Klima eines Gebietes für bestimmte touristische Aktivitäten geeignet ist.

Als Treibhausgasemissionen bezeichnet man die Freisetzung von Gasen und Stoffen, die das Klima schädigen. Neben CO2 sind dies u.a. Methan, Lachgas und fluorierte Gase.

siehe →Dürre

Nacht mit einer Tiefsttemperatur von 20⁰C oder mehr (Messzeitraum 18 – 06 Uhr)

In Klimaprojektionen ist immer eine Unsicherheit über die tatsächliche zukünftige Klimaentwicklung enthalten, welche sich grob in drei Gruppen teilen lassen: 

  1. Unsicherheiten bezüglich der externen Einflussfaktoren auf das Klima (z.B. ökonomische Entwicklung);
  2. Unsicherheiten, die aus der begrenzten Kenntnis über das Klimasystem resultieren, und
  3. solche, die in den Defiziten von Klimamodellen begründet sind.

Bei Vektorkrankheiten handelt es sich um Infektionskrankheiten, die über sogenannte Vektoren, z.B. Mücken oder Zecken, übertragen werden. Beispiele für Vektorkrankheiten sind die FSME-Hirnhautentzündung oder die Lyme-Borreliose, die beide von Zecken übertragen werden. 

Als Beginn des Vollfrühlings wird der Beginn der Apfelblüte bezeichnet.

Als Wetter wird der physikalische Zustand der Atmosphäre zu einem bestimmten Zeitpunkt (in der Regel auf der Basis von Tagen oder auch in einem kürzeren Zeitraum) an einem bestimmten Ort oder in einem Gebiet bezeichnet, wie er durch die meteorologischen Elemente und ihr Zusammenwirken gekennzeichnet ist.

Als Witterung wird der allgemeine, durchschnittliche oder auch vorherrschende Charakter des Wetterablaufs eines bestimmten Zeitraums (von einigen Tagen bis zu ganzen Jahreszeiten) bezeichnet. Dieser Zeitraum ist deutlich kürzer als der, der für das Klima definiert ist.