Umbau Feuerwehrtruck zu CO₂-neutralem mobilen Kraftwerk
Der "Super Duty“ ist ein umgebauter Feuerwehrtruck aus dem Jahre 1969 und dient heute als mobiles CO₂-neutrales Kraftwerk. Mit einer Holzvergaser-Pyrolyse-Technik ausgestattet, verbindet das Forschungsprojekt Ästhetik, Mobilität und Klimaanpassung auf praktische und kreative Weise.
Ausgangslage
Klimawandelbedingte Extremwetterereignisse, wie Hitzewellen oder Starkregen, erhöhen den Bedarf an dezentralen, widerstandsfähigen Energiequellen. Gleichzeitig wächst der Anspruch, Veranstaltungen CO₂-neutral zu betreiben.
Zielsetzung
Ziel des Projekts war es, eine mobile, regenerative Energieversorgung zu ermöglichen, die unabhängig vom Stromnetz funktioniert. Gleichzeitig soll Super Duty als Plattform für Kunst, Bildung und Austausch über ökologische und funktionale Alternativen dienen.
Gäste am Feuerwehrtruck
E-Werk Luckenwalde
Maßnahmen
Das ursprünglich benzinbetriebene Feuerwehrauto wurde zu einem 100% CO₂-neutralen Fahrzeug umgebaut. Aus alten Holzresten, wie beispielsweise ausrangierten Stühlen oder Gartenzäunen wird Holzgas erzeugt, welches wiederum den bestehenden Verbrennungsmotor antreibt. Eine Tankfüllung Holz reicht ungefähr für eine 500 Kilometer.
Um den geschlossenen Kreislauf zu symbolisieren wird für jede Tankfüllung ein Baum gepflanzt. Der LKW soll jedoch nicht nur zur Beförderung verwendet werden, sondern hauptsächlich als fahrende Kulturplattform für Institutionen sowie Künstlerinnen und Künstler. Das Fahrzeug hat eine eingebaute Bühne und produziert selbst Energie. „Super Duty“ ist somit nicht nur Transportmittel, sondern eine fahrende Kulturplattform als Raum für Veranstaltungen, Performances und Austausch dient. Ziel ist es auch, durch seine Präsenz zum Nachdenken über ökologische Alternativen und nachhaltige Mobilität anzuregen.
Das Projekt wurde durch mehrere Förderprogramme ermöglicht:
- Innovationsfonds Kunst des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (2021)
- Fonds Darstellende Künste mit Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR (2022)
- Impulsprogramm „Kultur nach Corona“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (2023)
Herausforderungen
Super Duty entspricht nicht dem klassischen Effizienzgedanken herkömmlicher Fortbewegungsmittel. Die benötigte Energie, das „Fuel“, lässt sich nicht einfach an einer Tankstelle beziehen, sondern muss gemeinschaftlich aus Holzresten (z. B. alten Möbeln) zusammengetragen werden. Dies erfordert ein Umdenken in der Nutzung sowie eine bewusste Auseinandersetzung mit den eigenen Versorgungsprozessen.
Fazit
Der „Super Duty“-Truck zeigt, wie Klimaanpassung mobil, kreativ und emissionsfrei funktionieren kann. Als CO₂-neutrales Kraftwerk auf Rädern verbindet er Kultur und Infrastruktur und beweist, dass erneuerbare Energieversorgung auch unter schwierigen Bedingungen flexibel umsetzbar ist.
Kontakt
E-WERK Luckenwalde
info@kunststrom.com