Woche 2: Gesundheitstourismus
Wie Sie Ihre Einrichtung hitzefest machen – praktische Tipps für Räume, Außenbereiche & Gesundheitsangebote
Liebe Anbieterinnen und Anbieter im Gesundheitstourismus,
der Sommer bringt längst nicht mehr nur Leichtigkeit und warme Tage. In vielen gesundheitsorientierten Einrichtungen steigen die Temperaturen inzwischen auf Werte, die Gäste, Mitarbeitende und sensible Gesundheitsangebote gleichermaßen belasten. Therapieräume überhitzen, Außenanlagen trocknen aus, Wasserverbrauch und Energiekosten steigen. Die vergangenen Jahre haben deutlich gemacht: Hitzewellen sind keine Ausnahme mehr, sie werden zur Regel.
Gesundheitstouristische Angebote sind davon besonders betroffen:
Viele Gäste gehören zu vulnerablen Gruppen wie älteren Menschen, chronisch Kranken oder Personen in Reha und reagieren deutlich empfindlicher auf Hitze, Dehydrierung und Kreislaufbelastungen. Auch Innenbereiche, Wasseranwendungen und naturnahe Aktivitäten geraten zunehmend unter Druck. Wer heute vorsorgt, schützt Gesundheit, Qualität und Sicherheit und schafft selbst an heißen Tagen ein angenehmes Umfeld.
Lernvideo: Hitzefolgen im Gesundheitstourismus
Wo steht Ihre Einrichtung?
Überlegen Sie kurz:
- Wie stark erhitzen sich Gästezimmer, Therapie- und Aufenthaltsräume an heißen Tagen?
- Gibt es ausreichend Schatten in Außenbereichen, Kurparks oder rund um Wege und Sitzplätze?
- Steigt Ihr Wasserverbrauch im Sommer spürbar z. B. in Wellnessbereichen oder bei der Bewässerung?
- Wissen Gäste und Mitarbeitende, wie sie sich bei Hitze richtig verhalten, gerade vulnerable Gruppen?
Diese Fragen helfen, die eigene Ausgangslage einzuschätzen und zeigen, wo kleine Veränderungen große Wirkung entfalten können.
Drei zentrale Handlungsfelder
1. Hitzeschutz in Gebäuden und Außenbereichen
Gesundheitstouristische Einrichtungen müssen Innenräume und Außenflächen wirksam vor Überhitzung schützen, da insbesondere ältere und chronisch kranke Gäste empfindlich auf Hitze reagieren. Ein kombinierter Ansatz aus Sonnenschutz an Fenstern, heller Bauweise, guter Dämmung sowie natürlicher oder technischer Lüftung hilft, Räume angenehm temperiert zu halten. Auch Außenbereiche sollten durch Bäume, Sonnensegel oder überdachte Sitzmöglichkeiten ausreichend Schatten bieten und gleichzeitig die UV-Belastung reduzieren. Kurzfristig können Ventilatoren oder mobile Kühlgeräte zusätzliche Entlastung schaffen.
2. Wasser- und Ressourcenmanagement
Wellness-, Kur- und Therapiestätten verbrauchen viel Wasser – besonders in Hitze- und Dürreperioden. Wassersparende Armaturen, sensorgesteuerte Technik und regelmäßig gewartete Leitungen senken Verbrauch und Betriebskosten, ohne die Gästezufriedenheit zu beeinträchtigen. Ergänzend kann Regen- oder Grauwasser zur Bewässerung oder für Toiletten genutzt werden, um die Versorgung zu sichern und die Folgen von Trockenperioden abzufedern.
3. Sensibilisierung, Abläufe und Sicherheit
Da viele Gäste als vulnerable Gruppen gelten, ist eine frühzeitige Reaktion auf Hitze entscheidend. Das DWD-Hitzewarnsystem ermöglicht eine schnelle Anpassung von Therapie- und Bewegungsangeboten, etwa durch Verlagerung in kühlere Tageszeiten. Trinkbrunnen, Wasserspender und einfache Erfrischungsangebote wie Kneipp-Fußbäder unterstützen die Gesundheit an heißen Tagen. Gut geschultes Personal sowie klare Hinweise zum Verhalten bei Hitze, zur Trinkmenge und zum Umgang mit Risikosituationen stärken die Sicherheit und das Wohlbefinden aller Beteiligten.
Weiterführender Hinweis und Inspiration:
Die Gesundheitsevidenz-Studie der Hochschule Kempten zeigt, wie bayerische Kur- und Heilbäder ihre Angebote wissenschaftlich fundiert an den Klimawandel anpassen können. Die Untersuchung bietet wertvolle Erkenntnisse zu gesundheitlichen Wirkungen, saisonalen Verschiebungen und zukunftsfähigen Angebotsstrategien und liefert dadurch auch für brandenburgische Einrichtungen wichtige Orientierung.
Good Practice: Spa Therme Rogner Bad Blumau (AT)
Naturnahe Bauweise, Dachbegrünung, Geothermie, intelligente Wasserkreisläufe. Die Therme ist ein Beispiel dafür, wie Wellnessanlagen hitze- und ressourcensicher gestaltet werden können.
Ihre nächsten Schritte
Übertragen Sie die Impulse aus der Lernreihe auf Ihren eigenen Betrieb und vertiefen Sie jene Aspekte, die für Ihre Strukturen und Abläufe besonders relevant sind. So entsteht aus den vorgestellten Inhalten ein konkreter, betriebsbezogener Handlungsrahmen.
Ausblick:
In der nächsten Woche geht es um ein Thema, das eng mit Hitzebelastung verknüpft ist: Extremwetter und Starkregen: Wie Gesundheitseinrichtungen sicher bleiben
Bleiben Sie dran!
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