Woche 2: Open-Air Veranstaltungen
Wie Sie Ihre Open-Air-Veranstaltung hitzefest machen – praktische Tipps für Schatten, Wasser & Sicherheit
Liebe Veranstalterinnen und Veranstalter von Outdoor-Events,
der Sommer bringt längst nicht mehr nur Sonne und Festivalstimmung mit sich. Auch bei Veranstaltungen im Freien werden inzwischen Temperaturen erreicht, die Gäste, Crews und Infrastruktur stark belasten. Offene Flächen heizen sich auf, Technikcontainer werden zu Wärmekammern, Staub beeinträchtigt die Aufenthaltsqualität und der Wasserbedarf steigt spürbar. Die vergangenen Jahre haben deutlich gezeigt: Hitzewellen sind keine Ausnahme mehr – sie sind Teil unseres neuen Veranstaltungsalltags.
Open-Air-Events sind besonders betroffen: große Freiflächen, wenig natürliche Beschattung und eine starke Abhängigkeit von Wetter, Wasser und Infrastruktur. Wer heute klug vorsorgt, kann nicht nur Schäden verhindern, sondern auch die Aufenthaltsqualität und Sicherheit für alle Besuchenden deutlich steigern, selbst an sehr heißen Tagen.
Lernvideo: Hitzefolgen bei Open-Air Veranstaltungen
Wo steht Ihre Veranstaltung?
- Wie heiß werden Ihre Veranstaltungsflächen an Sommertagen?
- Gibt es ausreichend Schatten für Publikum, Crew und empfindliche Bereiche?
- Wie stark steigt Ihr Wasserverbrauch an Hitzetagen?
- Wissen Ihre Gäste und Mitarbeitenden, wie sie sich bei extremer Hitze richtig verhalten?
Diese Fragen helfen, die eigene Situation einzuschätzen und zeigen, wo kleine Anpassungen große Wirkung erzielen können.
Drei zentrale Handlungsfelder
1. Hitzeschutz auf dem Gelände
Viele Veranstaltungsflächen verwandeln sich an heißen Tagen schnell in Hitzeinseln. Mobile Beschattungen wie Sonnensegel oder Pavillons, natürliche Verschattung durch Bäume sowie helle, reflektierende Bodenbeläge können die Temperaturen spürbar senken. Auch einfache Maßnahmen wie gezielte Luftzirkulation und schattige Aufenthaltsbereiche für Publikum und Crew steigern die Sicherheit und den Komfort während der Veranstaltung.
2. Wasser- und Ressourcenmanagement
An Tagen mit über 30 °C steigt der Wasserverbrauch oft deutlich an – gleichzeitig können lokale Beschränkungen die Versorgung erschweren. Effiziente Sanitärtechnik, gut zugängliche Trinkwasserstellen und die Nutzung von Regenwasser für Reinigung oder Staubbindung schaffen Entlastung. Mobile Nebelduschen oder Brumisateure können zusätzlich zur Abkühlung beitragen. Wo feste Infrastruktur vorhanden ist, kann auch die Nutzung von Grauwasser eine sinnvolle Ergänzung sein.
3. Sensibilisierung & Sicherheit
Hitze birgt vor allem gesundheitliche Risiken, daher ist ein gut vorbereitetes Team essenziell. Schulen Sie Mitarbeitende im Erkennen von Hitzeproblemen und im Umgang mit Dehydrierung und Hitzeschlag. Informieren Sie Gäste über richtiges Verhalten, markieren Sie Schattenzonen und sorgen Sie für ausreichende Trinkmöglichkeiten. Klare Kommunikationswege und vorbereitete Abläufe helfen, im Ernstfall schnell und souverän zu reagieren.
Weiterführender Hinweis und Inspiration
Hitzeaktionsplan des Landes Brandenburg
Der Hitzeaktionsplan zeigt, wie Kommunen, Gesundheitssektor und auch Veranstaltende gemeinsam Vorsorge treffen können – mit klaren Maßnahmen zu Risikokommunikation, Schutz vulnerabler Gruppen und organisatorischem Hitzemanagement.
Good Practice: Wilde Möhre Festival (Drebkau)
Das Wilde-Möhre-Festival stellt rund um die Uhr kostenloses Trinkwasser bereit und arbeitet mit klaren Regeln zu Waldbrand- und Hitzeschutz – ein vorbildliches Sicherheitskonzept.
Ihre nächsten Schritte
Übertragen Sie die Impulse aus der Lernreihe auf Ihren eigenen Betrieb und vertiefen Sie jene Aspekte, die für Ihre Strukturen und Abläufe besonders relevant sind. So entsteht aus den vorgestellten Inhalten ein konkreter, betriebsbezogener Handlungsrahmen.
Ausblick:
In der nächsten Woche geht es um ein Thema, das eng mit Hitzebelastung verknüpft ist: Extremwetter & Starkregen bei Open-Air-Veranstaltungen – wie Sie Gäste, Crew und Infrastruktur effektiv schützen. Bleiben Sie dran!
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