Woche 5: Wassertourismus
Wie Sie Ihre Außenanlagen klimafit machen – praktische Tipps für Stege, Anlagen & Uferbereiche
Liebe Anbieterinnen und Anbieter im Wassertourismus,
Hitze, Starkregen und Algenblüten – was früher Ausnahmesituationen waren, gehört inzwischen zum Alltag vieler Betriebe im Wassertourismus. Die Klimaveränderungen treffen Häfen, Marinas und Fahrgastschifffahrt besonders direkt: Stege überhitzen, Wasserstände schwanken, Verkrautung nimmt zu. Wer jetzt handelt, kann Schäden vermeiden, Betriebsausfälle reduzieren – und gleichzeitig Komfort und Sicherheit für Gäste erhöhen.
In Brandenburg wird sich die Zahl der Hitzetage über 30 °C bis 2050 nahezu verdoppeln. Gleichzeitig werden Extremwetter und Niedrigwasser zunehmen. Für Hafenanlagen, Charterbetriebe und Fahrgastschifffahrt heißt das: Uferzonen, Steganlagen, Sanitär- und Versorgungseinrichtungen müssen künftig robuster, hitzebeständiger und besser geschützt sein.
Unsere neue Lerneinheit zeigt, wie Sie Ihre Anlagen gezielt auf diese Herausforderungen vorbereiten können – mit praxisnahen Lösungen und guten Beispielen aus Brandenburg.
Von hitzeschützender Begrünung über wassersparende Sanitärtechnik bis hin zu sturmresistenten Steganlagen – kleine Schritte mit großer Wirkung.
Lernvideo: Klimaanpassung der Infrastruktur im Wassertourismus
Wo steht Ihr Betrieb?
Wie sehr heizen sich Ihre Außen- und Sanitärbereiche an heißen Tagen auf?
Gab es schon Situationen, in denen Starkregen Ihre Anlegestellen überflutet hat?
Wie oft mussten Sie bei Algenblüten oder Niedrigwasser den Betrieb einschränken?
Diese Fragen helfen Ihnen einzuschätzen, wo Ihre Infrastruktur besonders verwundbar ist und wo gezielte Anpassungsmaßnahmen am meisten bewirken.
Drei zentrale Handlungsfelder
1. Hitzeschutz der Anlagen
Steganlagen, Hafenflächen und Sanitärbereiche sind oft ungeschützt der Sonne ausgesetzt. Bei über 30 °C erwärmen sich Oberflächen auf bis zu 60 °C – unangenehm für Gäste und belastend für Materialien. Verschattungselemente, helle Beläge, Sonnensegel und gute Belüftung schaffen Abhilfe. In Gebäuden helfen Dachbegrünungen, reflektierende Farben und Querlüftung, um Temperaturspitzen abzufangen und die technische Infrastruktur zu schützen.
2. Wassermanagement und Niedrigwasseranpassung
Trockenphasen und sinkende Pegelstände führen zu Wasserknappheit und eingeschränkter Befahrbarkeit. Ein effizientes Wassermanagement reduziert Verbrauch und Betriebskosten: Durchflussbegrenzer, Regenwassernutzung, wassersparende Sanitäreinrichtungen oder Trockentoiletten sind bewährte Lösungen. Für den Fahrgast- und Charterbetrieb gilt: Boote mit geringem Tiefgang einsetzen und auf aktuelle Pegel- und Algeninformationen (z. B. über ELWISgo oder die Badestellenkarte Brandenburg) hinweisen. So bleibt der Betrieb flexibel und sicher.
3. Starkregen- und Sturmresilienz der Hafeninfrastruktur
Zunehmende Extremwetterereignisse gefährden Steganlagen, Versorgungsleitungen und Zugänge. Eine klimafitte Hafenstruktur beugt Schäden vor: Erhöhte Elektroanschlüsse, rückstausichere Entwässerungssysteme und flexible Stege schützen Gäste und Technik. Mulden-Rigolen-Systeme und begrünte Uferzonen fördern die natürliche Versickerung und verhindern Erosion. So bleibt der Betrieb auch bei Starkregen oder Stürmen funktionsfähig.
Diese baulichen Maßnahmen bilden das Fundament eines klimaresilienten Wassertourismusbetriebs.
Naturnahe Begrünung als Schlüssel zur Anpassung
Ergänzend zu den technischen Lösungen spielt Vegetation eine zentrale Rolle.
Erfahren Sie, welche hitze- und trockenheitsverträglichen Pflanzen Schatten spenden, Uferböden stabilisieren und das Mikroklima verbessern. Sie mindern Hitzestress, fördern Biodiversität und machen Stege, Rastplätze und Marinas spürbar angenehmer für Gäste.
Entdecken Sie in der Infografik Tipps für eine klimaangepasste Vegetation im Wassertourismus
Weitere Unterstützung gefällig?
Selbst-Check: Jetzt eigene Potenziale entdecken!
Wenn Sie herausfinden möchten, wo Ihr Betrieb aktuell steht und welche Maßnahmen für Sie am wichtigsten sind, nutzen Sie unseren Self-Check zur Klimaanpassung. Er zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie gut Ihr Betrieb bereits vorbereitet ist und wo noch Potenzial liegt.
Chatbot KLARA: Antworten zur Klimaanpassung
Außerdem steht Ihnen unser Chatbot KLARA als Ratgeberin zur Klimaanpassung rund um die Uhr zur Seite: Er beantwortet Ihre Fragen, hilft bei der Einordnung der Inhalte und führt Sie direkt zu den passenden Tipps.
Ausblick
In der nächsten Woche geht es um ein Thema, das im Ernstfall entscheidend ist:
Krisenkommunikation im Wassertourismus – wie Sie bei Extremwetter richtig reagieren und informieren.
Bleiben Sie dran!