66-Seen-Wanderweg – im großen Bogen rund um Berlin
Der 66-Seen-Wanderweg zählt zu den Premium-Wanderrouten Brandenburgs – und wird nicht ohne Augenzwinkern auch als die „Route 66“ des Landes bezeichnet. Im Jahr 2025 haben die Anrainerregionen gemeinsam mit der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH intensiv daran gearbeitet, diese überregional stark nachgefragte Mehrtagestour weiter zu profilieren und zukunftsfähig aufzustellen.
Die rund 425 Kilometer lange Route führt durch mehrere Reiseregionen: das Havelland, die Brandenburgische Seenplatte, das Seenland Oder-Spree, das Dahme-Seenland, den Fläming sowie die Landeshauptstadt Potsdam. Auf einzelnen Etappen begleiten bis zu acht Seen den Weg.
Norman Siehl, der neben seiner Tätigkeit im Marketing des Tourismusverbandes Dahme-Seenland, ehrenamtlich auch Kreiswegewart seines Landkreises ist, kennt den Weg sehr gut. Er sagt: „Der 66-Seen-Wanderweg ist kein Hochglanz-Fernweg, sondern Brandenburg pur. Rund um Berlin reiht sich alles aneinander, was den Speckgürtel ausmacht: Wasser in allen Formen, viel Wald, Kultur im Großen wie im Kleinen – und immer wieder der geliebte Dorfbäcker der die ein oder andere Durststrecke sofort vergessen lässt.“
Entlang des 66-Seen-Wanderwegs im Oktober
TMB
Steffen Lehmann
25 Jahre 66-Seen-Wanderweg – Anlass für Weiterentwicklung
Im vergangenen Jahr feierte der 66-Seen-Wanderweg sein 25-jähriges Bestehen. Als Erfinder der Route gilt Manfred Reschke, der bereits zu DDR-Zeiten auf ausgedehnten Wanderungen das Berliner Umland erkundete und diese Touren nach seiner Pensionierung zu einem zusammenhängenden Wanderweg bündelte.
Das Jubiläum war zugleich ein geeigneter Anlass, den Blick erneut auf das Produkt selbst zu richten. Im Fokus standen dabei Routenführung, Ausschilderung, Etappenlängen und Erreichbarkeit. Die Anrainer-Partner im Netzwerk Natur-Aktiv (Brandenburgische Seenplatte, Potsdam Marketing und Service GmbH und die Tourismusverbände Havelland und Dahme-Seenland) sowie die Landkreise aus dem Fläming und der Seenland Oder-Spree e.V. haben Streckenbegehungen durchgeführt, um Mängel zu beheben und die Wegeführung noch attraktiver zu gestalten.
Mehr Etappen, bessere ÖPNV-Anbindung
Bislang war der Weg in 17 teils bis zu 30 Kilometer lange Etappen unterteilt und damit vor allem für sehr geübte Wanderinnen und Wanderer attraktiv. Die gemeinsame Analyse der beteiligten Regionen zeigte: Eine stärkere Differenzierung erhöht die Zielgruppenreichweite.
Das Ergebnis der Überarbeitung: Künftig werden für den 66-Seen-Wanderweg 21 Etappen empfohlen. Die Tagesdistanzen sind kürzer, die Etappenstruktur damit flexibler und auch für weniger erfahrene Wandernde und auch Tagesausflügler gut geeignet. Gleichzeitig wurde großer Wert auf eine verbesserte Anbindung gelegt: Start- und Zielpunkte der Etappen sind über Bahn- oder gut ausgebaute Busverbindungen erreichbar – ein wichtiger Faktor für nachhaltigen Wandertourismus in Brandenburg.
Anrainer-Regionen haben vergangenes Jahr die Ausschilderung des 66-Seen-Wanderwegs verbessert
TMB
Steffen Lehmann
Eigene Microsite bündelt Informationen
Im Herbst ging eine eigene Microsite für den 66-Seen-Wanderweg online, eingebettet in das zentrale touristische Portal reiseland-brandenburg.de. Vergleichbar mit dem digitalen Auftritt der Mehrtagestour „Rund um die Schorfheide“ bietet die Seite einen umfassenden Überblick über die gesamte Route. Alle Etappen werden mit Texten, Bildern und Kartenmaterial vorgestellt. Auch der Erfinder des Weges, Manfred Reschke, hat hier seinen Platz: Eine gemeinsame Wanderung mit ihm wurde in einem Blogbeitrag dokumentiert und verlinkt.
Der MERIAN berichtet in seiner aktuellen Ausgabe auf 12 Seiten über den 66-Seen-Wanderweg
Große Bühne im Reisemagazin MERIAN
Eine zentrale Marketingmaßnahme ist die Kooperation mit dem renommierten Reisemagazin MERIAN. In der aktuellen Ausgabe 1/2026 widmet sich der in Berlin lebende Autor Burkhard Maria Zimmermann auf zwölf Seiten dem 66-Seen-Wanderweg. Er stellt vier ausgewählte Etappen ausführlich vor und ergänzt seine Reportage im Serviceteil mit zahlreichen Tipps zu Sehenswürdigkeiten, Gasthäusern, Cafés, Manufakturen, Hofläden und Übernachtungsmöglichkeiten entlang der Strecke.
Wanderland Brandenburg
Das Naturerlebnis spielt im Brandenburg-Tourismus eine zentrale Rolle. Für 65 Prozent der Übernachtungsgäste gehört der Aufenthalt in der Natur zu den wichtigsten Aktivitäten ihrer Reise. Die Natur zu Fuß zu erkunden wird immer beliebter. 34 Prozent der Übernachtungsgäste gaben im Jahr 2024 an, während ihres Urlaubs spazieren gegangen zu sein, 20 Prozent waren wandern.* Auch im Tagestourismus gewinnt das Thema seit Jahren an Bedeutung.
Insgesamt verfügt Brandenburg über rund 2.000 Kilometer Wanderwege mit besonderer touristischer Relevanz, darunter etwa 700 Kilometer zertifizierte „Qualitätswege Wanderbares Deutschland“. Acht Wege tragen aktuell das Siegel des Deutschen Wanderverbands – darunter unter anderem der Burgenwanderweg und der Internationale Kunstwanderweg im Fläming, der Märkische Landweg in der Uckermark sowie der Schlaubetal- und der Oderlandweg im Seenland Oder-Spree.
*Quelle: DestinationMonitor Deutschland/Brandenburg 2024