BTW-Umfrage: 40 Prozent wollen 2026 beim Reisen sparen
Eine neue YouGov‑Umfrage im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) zeigt, dass Reisen nach wie vor ein zentraler Baustein der Lebensqualität in Deutschland ist – doch wirtschaftliche Unsicherheit bremst die Nachfrage deutlich.
Die Menschen wertschätzen Urlaub und Reisen – doch die derzeitige wirtschaftliche Unsicherheit bremst die Nachfrage inzwischen spürbar. Das zeigt eine aktuelle repräsentative YouGov‑Befragung, durchgeführt vom 30. April bis 04. Mai 2026, im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW).
Rund 40 Prozent der Befragten planen demnach, 2026 beim Thema Urlaub zu sparen. Ein so nie dagewesener Wert! Dabei haben die Menschen die Lust am Reisen nicht verloren: Laut Umfrage sehen 64 Prozent Reisen als notwendige Auszeit vom Alltag, jeder Zweite beschreibt Urlaub als wichtigen Teil der eigenen Lebensqualität.
Doch die Studie zeigt sehr klar: Nicht geopolitische Krisen allein, sondern vor allem wirtschaftliche Sorgen bestimmen aktuell, ob und wie gereist wird. Vertrauen, Flexibilität und wirtschaftliche Stabilität werden zu Schlüsselfaktoren künftiger Reiseentscheidungen!
Wirtschaftliche Sorgen als Haupthemmnis
Besonders ältere Menschen und Haushalte mit niedrigem Einkommen planen 2026 bei Reisen zu sparen. Der wichtigste Treiber ist die persönliche wirtschaftliche Unsicherheit, die im Vergleich zum Vorjahr stark an Bedeutung gewonnen hat.
„Die Menschen haben nicht die Lust am Reisen verloren, sondern ihre Sicherheit“, erklärt BTW‑Präsident Sören Hartmann.
Kosten und Flexibilität im Fokus
Steigende Reisekosten bleiben der häufigste Hemmfaktor, doch die wachsende Sorge um die eigene finanzielle Zukunft übertrifft sie. Flexible Buchungs‑ und Stornomöglichkeiten, verlässliche Informationen zur Lage vor Ort und integrierte Absicherungen gelten als wichtigste Sicherheitsgaranten – besonders für Familien. Jüngere Zielgruppen schätzen zudem persönliche Ansprechpartner.
Verhaltensanpassungen in Europa
- 35 % wählen vermehrt Reiseziele innerhalb Europas,
- 22 % bevorzugen bekannte oder bereits bereiste Destinationen,
- 26 % verzichten teilweise auf Reisen, wobei Geringverdienende überproportional betroffen sind.
Ausblick und Forderungen des BTW
Der BTW fordert ein rasches Herauskommen aus dem Stimmungstief und ein starkes Wirtschaftswachstum. „Tourismus ist kein verzichtbarer Luxus, sondern ein gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Eckpfeiler“, betont Hartmann. Er fordert zudem:
- Ausweitung der Preisbremse für Kraftstoffe,
- geringere Belastungen für den Flugverkehr,
- ein einheitliches Vorgehen der Bundesregierung im Iran‑Konflikt.
Relevanz für Brandenburg
Für Brandenburg bedeutet die aktuelle Lage, dass lokale Anbieter verstärkt auf Preis‑ und Sicherheitsaspekte eingehen müssen. Flexible Angebote, transparente Kommunikation und ein verlässlicher politischer Rahmen können die Kaufzurückhaltung mindern.
- Gäste orientieren sich stärker an bekannten Marken und etablierten Destinationen
- Stammgäste werden zur zentralen Stabilitätsgröße, jedoch nur, wenn Vertrauen aktiv gepflegt, Preis‑Leistung klar kommuniziert und Anlässe zur „Wiederentdeckung“ geschaffen werden
- klare Kommunikation und konsistente Markenführung und Markenversprechen gewinnen an Bedeutung