Marktforschung

Freizeitmonitor 2026: Tagesausflüge und Kulturerlebnisse gefragt

26.08.2026
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Der Freizeit-Monitor 2026 zeigt: Die verfügbare freie Zeit bleibt im Zeitverlauf weitgehend konstant. Gleichzeitig verändern sich die Freizeitaktivitäten. Tagesausflüge, Restaurantbesuche, Kulturangebote und digitale Anwendungen spielen eine wichtige Rolle.

Freizeit bleibt zeitlich begrenzt

Wie viel freie Zeit bleibt an einem Werktag, um zu tun, was einem persönlich Spaß und Freude macht? Die Stiftung für Zukunftsfragen stellt diese Frage seit den 80er-Jahren – und die Antwort hat sich in fast vier Jahrzehnten kaum verändert. 1988 waren es durchschnittlich 4 Stunden und 8 Minuten, 2026 sind es 3 Stunden und 56 Minuten an einem normalen Werktag.  

Es gibt jedoch große Unterschiede zwischen den Lebensphasen. Am meisten freie Zeit haben die Ruheständler, gefolgt von den Singles und den jungen Erwachsenen. Am unteren Ende stehen die Familien: Eltern mit Kindern bis 15 Jahre haben an einem Werktag nur 2 Stunden und 59 Minuten für sich – fast zwei Stunden weniger als Ruheständler und eine Stunde weniger als der Durchschnitt. 

Tagesausflüge und Wochenendfahrten nehmen zu

Die Menschen in Deutschland verbringen ihre Freizeit häufiger außer Haus. 40 Prozent unternehmen mindestens einmal im Monat einen Tagesausflug. 2016 waren es 26 Prozent. Auch Restaurantbesuche legten zu: 56 Prozent gehen mindestens einmal monatlich essen, gegenüber 49 Prozent im Jahr 2016.

13 Prozent unternehmen mindestens einmal im Monat eine Wochenendfahrt mit Übernachtung. 2016 lag der Anteil bei sieben Prozent. Auch der Besuch von Floh-, Antik- und Kreativmärkten sowie ehrenamtliches Engagement haben im Zehnjahresvergleich zugenommen. 

Kulturangebote erreichen ein breites Publikum

Auch bei kulturellen Aktivitäten zeigen sich Veränderungen. Freizeit- und Vergnügungsparks werden von 40 Prozent der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger besucht, Zoos und Tierparks von 44 Prozent. 42 Prozent besuchen Rock- und Popkonzerte, 45 Prozent Museen und Kunstausstellungen. Klassische Kulturangebote wie Theater, Oper oder Ballett besuchen knapp ein Drittel der Bevölkerung mindestens einmal im Jahr. Der Anteil liegt bei 32 Prozent. 

Digitale Medien prägen die Freizeit

Das Internet wird inzwischen von 97 Prozent der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger mindestens einmal pro Woche genutzt. Gleichzeitig verlieren klassische Leitmedien weiter an Bedeutung. Die wöchentliche Nutzung gedruckter Zeitungen und Zeitschriften sank zwischen 2016 und 2026 von 72 auf 36 Prozent. 

Auch künstliche Intelligenz gehört zunehmend zum privaten Medienalltag: Vier von zehn Befragten nutzen KI mindestens einmal pro Woche, zum Beispiel zur Erstellung von Texten oder Bildern oder für Chats. 

Gemeinsame Freizeit verändert sich

Gesellschafts- und Kartenspiele erleben nach rückläufigen Werten seit den 1980er-Jahren wieder eine Renaissance. 13 bis 14 Prozent spielen inzwischen wöchentlich am Tisch. Auch Handarbeiten werden wieder häufiger ausgeübt: 2026 greifen zehn Prozent regelmäßig zu Wolle und Nadel. Gleichzeitig nehmen zwischenmenschliche Kontakte in der Freizeit ab. Der Freizeit-Monitor 2026 untersucht diese Entwicklungen sowie Veränderungen bei Mediennutzung, Sport und Kultur auf Grundlage von Repräsentativbefragungen in Deutschland. 

Die Ergebnisse liefern Anhaltspunkte für die Angebotsentwicklung im Tourismus. Kulturelle Einrichtungen, Freizeiteinrichtungen, Gastronomiebetriebe und Veranstaltungsanbieter können insbesondere mit miteinander kombinierbaren Tages- und Kurzzeiterlebnissen unterschiedliche Freizeitbedürfnisse ansprechen.

viele Menschen bei Veranstaltung im Außenbereich des Museum Barberini, Potsdam

Veranstaltung Museum Barberini in Potsdam

Quelle:

TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH

Helge Mundt