Historischer Meilenstein im Lausitzer Seenland
Fünf-Seenverbund: Senftenberger See, Großräschener See, Geierswalder See, Partwitzer See und Sedlitzer See durch schiffbare Kanäle miteinander verbunden
Mit der offiziellen Eröffnung des Fünf-Seen-Verbunds im Lausitzer Seenland am 29. Juni 2026 ist ein einzigartiges Kapitel der touristischen Strukturentwicklung vollendet. Senftenberger See, Großräschener See, Geierswalder See, Partwitzer See und Sedlitzer See sind nun über schiffbare Kanäle zu einem zusammenhängenden Wasserrevier mit bis zu 5.300 Hektar nutzbarer Wasserfläche verbunden worden und bieten beste Voraussetzungen für Wassersport, Bootstourismus und Freizeitkapitäne. Die Region wurde vorher mehr als 150 Jahre vom Braunkohlebergbau geprägt.
Am Vormittag fand die feierliche Eröffnung mit Vertreterinnen und Vertretern der Bundesländer Brandenburg und Sachsen, kommunalen Partnern, Zweckverbänden und der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) statt.
Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke betonte aus diesem Anlass: „Heute ist ein bedeutender Tag für die Lausitz, für Brandenburg und Sachsen: Mit der Eröffnung des Seenverbundes wird der tiefgreifende Wandel der Region ganz besonders sichtbar. Aus dem Kohlerevier wird Europas größtes künstliches Wassersportrevier. Ich bin dankbar für die gemeinsamen Kraftanstrengung von Bund, Ländern, Kommunen und Bergbausanierern. Die Wiedernutzbarmachung der durch die Tagebaue beanspruchten Gebiete ist ein ökologische Großprojekt, das zu den beeindruckendsten Erfolgsgeschichten der Wiedervereinigung zählt. Brandenburg und Sachsen haben sich früh gemeinsam dazu bekannt, eine zusammenhängende touristische Wasserlandschaft zu entwickeln. Mit der heutigen Freigabe der Kanäle zwischen den Tagebauseen wird das Realität. So feiern wir heute den Wandel der Lausitz vom Braunkohlerevier zur Region mit moderner Forschung und Wirtschaft - und besten touristischen Perspektiven."
Offizielle Eröffnung mit den Ministerpräsidenten von Brandenburg und Sachsen, Dietmar Woidke und Michael Kretschmer.
Tourismusverband Lausitzer Seenland
Die Entwicklung des Tourismus in der Region drückt sich auch in den statistischen Zahlen aus: Innerhalb von zehn Jahren haben sich die Übernachtungen im Lausitzer Seenland mehr als verdoppelt. Im brandenburgischen Teil der Region wurden 2015 338.000 Übernachtungen gezählt. Im Jahr 2025 waren es 700.000.
Kathrin Winkler, Geschäftsführerin Tourismusverband Lausitzer Seenland: „Der 5-Seen-Verbund hebt das touristische Angebot im Lausitzer Seenland auf eine neue Ebene. Die schiffbare Verbindung der fünf Seen schafft ein außergewöhnliches Erlebnis für Wassersportlerinnen und Wassersportler, Freizeitkapitäne sowie alle, die unsere Region aus einer neuen Perspektive entdecken möchten. Gleichzeitig stärkt sie die Wettbewerbsfähigkeit des Lausitzer Seenlands als bedeutende Wassertourismusdestination in Deutschland. Wir sind überzeugt, dass dieser Meilenstein der touristischen und wirtschaftlichen Entwicklung der Region einen weiteren kräftigen Impuls geben wird.“
V.l.n.r.: Veronika Hiebl (Tourismus Marketing Sachsen), Andrea Kis (Landestourismusverband Sachsen), Barbara Klepsch (Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus), Kathrin Winkler (Tourismusverband Lausitzer Seenland), Martina Klement (Ministerin für Wirtschaft, Energie, Klimaschutz und Europa des Landes Brandenburg), Christian Woronka (Tourismus Marketing Brandenburg)
Tourismusverband Lausitzer Seenland
Christian Woronka, Geschäftsführer der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg: „Wir gratulieren der gesamten Region sehr herzlich zu diesem bedeutenden Meilenstein, der eine starke Basis für die weitere touristische Entwicklung ist. Der Fünf-Seenverbund im länderübergreifenden Wasserrevier mit Sachsen hat bereits jetzt überregionale Strahlkraft. Er stärkt die Position der Wassertourismus-Destination Brandenburg und trägt erheblich zur Lebensqualität bei.“
Fünf-Seen-Challenge
Der Nachmittag stand im Zeichen eines ganz besonderen Bürgerfestes für die Menschen in der Region: Tausende angemeldete Teilnehmerinnen und Teilnehmer gingen mit blauen Badekappen nacheinander in allen fünf Seen baden.
Region im Wandel
Die Eröffnung des Fünf-Seen-Verbunds markiert den vorläufigen Höhepunkt einer beispiellosen Verwandlung einer ganzen Landschaft, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts begonnen hatte. Die Region war ursprünglich eine Agrarlandschaft, bevor Mitte des 19. Jahrhunderts die erste Braunkohlegrube eröffnet wurde.In den folgenden 150 Jahren entwickelte sich die Lausitz zu einem zentralen Energiezentrum mit zeitweise rund 120 Brikettfabriken. Es wurden mehr als zwei Milliarden Tonnen Braunkohle aus Tiefen von mehr als 60 Metern gefördert. Mehr als 100 Orte wurden teilweise oder vollständig abgebaggert und Tausende Menschen mussten umgesiedelt werden.
Fünf-Seen-Challenge am 29.06.2026
Steffen Rasche
Pionier der Transformation: Der Senftenberger See
Ein Wendepunkt war die Entscheidung, stillgelegte Tagebaue zu fluten. Der Senftenberger See, heute Teil des Fünf-Seenverbunds, wurde zum Symbol dieser Entwicklung. Nachdem der Tagebau in Senftenberg Mitte der 1960er Jahre stillgelegt wurde, begann seine Flutung im Jahr 1967. Bereits sechs Jahre später wurde der Senftenberger See für den Tourismus freigegeben. Mit dem Ende der DDR und dem Rückgang des Kohlebedarfs kam es zu massiven Betriebsschließungen und einem tiefgreifenden Strukturbruch in der Region.
Der Ilse-Kanal im Lausitzer Seenland
Wolf-Dietrich Lüdeke
Der Ilse-Kanal im Lausitzer Seenland
Wolf-Dietrich Lüdeke
Seit Mitte der 1990er Jahre verantwortet die LMBV die Sanierung der einstigen Braunkohletagebaue, damit sie in Form von neuen künstlichen Seen wieder nutzbar sind. Heute prägen mehr als 20 Seen, schiffbare Kanäle, Rad- und Wanderwege, Strände und verschiedene Wassersport-Angebote das Lausitzer Seenland.