Woche 2: Kultur und Freizeit
Wie Sie Ihre Einrichtung hitzefest machen – praktische Tipps für Räume, Außenbereiche & Kulturangebote
Liebe Betreiberinnen und Betreiber von Kultur- und Freizeiteinrichtungen,
der Sommer bringt längst nicht mehr nur Leichtigkeit – viele kulturelle Einrichtungen erleben inzwischen Temperaturen, die Besuchende, Mitarbeitende und empfindliche Bestände gleichermaßen belasten. Innenräume überhitzen, historische Gärten trocknen aus, Wartebereiche im Freien werden unangenehm heiß und technische Anlagen geraten an Grenzen. Die vergangenen Jahre haben gezeigt: Hitzewellen sind keine Ausnahme mehr, sie werden zur Regel.
Für Kultur- und Freizeitbetriebe ist das besonders relevant:
- Viele Gäste gehören zu hitzeempfindlichen Gruppen wie älteren Menschen oder Familien mit kleinen Kindern.
- Führungen, Open-Air-Konzerte und Veranstaltungen finden oft zu Tageszeiten statt, in denen Hitze besonders belastend wirkt.
- Auch Gebäude, Exponate und Infrastruktur (z. B. Glasfassaden, historische Baustoffe, Archivräume) reagieren empfindlich auf hohe Temperaturen und starke Strahlung.
- Parks und historische Gärten zeigen bereits deutliche Trockenheitsschäden und stellen bei Dürre ein Sicherheitsrisiko durch abbrechende Äste dar.
Wer heute vorsorgt, schützt Besuchende, Mitarbeitende und Kulturgüter und schafft selbst an heißen Tagen ein angenehmes Umfeld.
Lernvideo: Hitzefolgen im Kultur- und Freizeittourismus
Wo steht Ihre Einrichtung?
Überlegen Sie kurz:
- Wie stark heizen sich Ausstellungsräume, Veranstaltungsbereiche oder Büros an heißen Tagen auf?
- Haben Sie ausreichend Schatten in Außenbereichen, Wartezonen, Parkanlagen oder an Ein- und Ausgängen?
- Sind historische Gärten, Außenflächen oder Wege von Trockenheit, Staubentwicklung oder Vegetationsschäden betroffen?
- Wissen Gäste und Mitarbeitende, wie sie sich bei Hitze richtig verhalten und welche Schutzorte verfügbar sind?
Diese Fragen helfen, die eigene Ausgangslage einzuschätzen und zeigen, wo kleine Maßnahmen große Wirkung haben können.
Drei zentrale Handlungsfelder
1. Hitzeschutz in Gebäuden und Außenbereichen
Kulturelle Einrichtungen müssen Innenräume und Außenflächen wirksam vor Überhitzung schützen. Sonnenschutz an Fenstern, Verschattung von Fassaden, gute Dämmung und geeignete Lüftung helfen, Räume kühl zu halten. Außenbereiche wie Wartezonen, Wege oder Veranstaltungsflächen sollten durch Bäume, Pavillons oder Sonnensegel ausreichend Schatten bieten. Für Führungen und Open-Air-Angebote empfiehlt der Leitfaden, schattige Orte einzuplanen und – falls nötig – kurzfristig mit Ventilatoren oder mobilen Kühlgeräten für Entlastung zu sorgen.
2. Wasser- und Ressourcenmanagement
Hitze und Dürre erhöhen den Wasserbedarf in Parks, Gärten und Außenanlagen und führen häufig zu Vegetationsschäden oder Staubbildung. Empfohlen werden zielgerichtete Bewässerungssysteme, der Einsatz von Regen- oder Grauwasser sowie eine gute Bodenpflege, damit Feuchtigkeit länger gehalten wird. Auch Wege und Freiflächen sollten regelmäßig gepflegt werden, um Trockenheitseffekte und Sicherheitsrisiken – etwa durch geschwächte Bäume – zu minimieren.
3. Sensibilisierung, Abläufe & Sicherheit
Entscheidend ist, dass Mitarbeitende und Besuchende wissen, wie sie sich bei Hitze verhalten sollen. Die WarnWetter-App des DWD hilft, rechtzeitig auf hohe Temperaturen und Gewitter zu reagieren und Programme entsprechend anzupassen. Trinkwasserspender, Hinweise zu Verhalten bei Hitze und verschattete Rückzugsorte erhöhen die Sicherheit schnell und effektiv. Führungen oder Veranstaltungen sollten bei Bedarf zeitlich verlegt werden, um die heißesten Stunden zu vermeiden.
Entdecken Sie in der Infografik weitere Maßnahmen, die Ihre Kultureinrichtung spürbar sicherer, komfortabler und zukunftsfähiger machen.
Weiterführender Hinweis und Inspiration:
Good Practice: Notfallkoffer der Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Ein einheitlich bestückter Notfallkoffer ermöglicht die Erstreaktion bei klimabedingten Schäden (z. B. Hitze, Wasser, Sturm). Dieses Beispiel zeigt, wie systematisches Risikomanagement Kulturgüter schützt.
Good Practice: Schloss & Park Rheinsberg (SPSG)
In Rheinsberg passen die SPSG-Betriebe Öffnungszeiten und Preise flexibel an Hitzeperioden an, versorgen Mitarbeitende im Sommer gezielt mit Wasser, betreiben eine eigene Baumschule zur resilienten Parkpflege und reduzieren die Innenraumhitze durch denkmalschutzkonforme Verosol-Sonnenschutzfolien.
Ihre nächsten Schritte
Übertragen Sie die Impulse aus der Lernreihe auf Ihren eigenen Betrieb und vertiefen Sie jene Aspekte, die für Ihre Strukturen und Abläufe besonders relevant sind. So entsteht aus den vorgestellten Inhalten ein konkreter, betriebsbezogener Handlungsrahmen.
Ausblick:
Extremwetter & Starkregen: Wie Kulturbetriebe sicher bleiben
Ein Thema, das eng mit Hitze zusammenhängt und für viele Häuser, Gärten und Open-Air-Bereiche entscheidend ist. Bleiben Sie dran!
Fragen zur Klimaanpassung? KLARA gibt Antworten
KLARA ist Ihre Ratgeberin für Klimaanpassung und Risiken im Tourismus. Stellen Sie dem Chatbot eine Frage!