Nachhaltigkeit

Woche 2: Wassertourismus

30.01.2026
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Wie Sie Ihren wassertouristischen Betrieb hitzefest machen – praktische Tipps für Schatten, Wasser & Sicherheit

Liebe Anbieterinnen und Anbieter im Wassertourismus,

der Sommer bringt längst nicht mehr nur gute Laune und ideale Bedingungen für Ausflüge auf dem Wasser. Auf vielen Revierabschnitten erreichen Luft- und Wassertemperaturen inzwischen Werte, die Gäste, Mitarbeitende, Boote und Infrastrukturen gleichermaßen belasten. Offene Decksflächen heizen sich stark auf, Innenräume bleiben stickig, Wasserqualität und Wasserstände verändern sich spürbar. Die vergangenen Jahre haben deutlich gezeigt: Hitzewellen sind keine Ausnahme mehr – sie prägen zunehmend unseren wassertouristischen Alltag.

Wassertouristische Angebote sind besonders betroffen: direkte Sonneneinstrahlung auf dem Wasser, wenig natürliche Beschattung, steigende Wassertemperaturen, zunehmende Blaualgenbildung und eine hohe Abhängigkeit von Wasserständen und Wetterentwicklung. Wer heute klug vorsorgt, schützt nicht nur Gäste und Mitarbeitende, sondern steigert die Aufenthaltsqualität, minimiert Schäden und sichert den Betrieb auch an heißen Tagen.

Lernvideo: Hitzefolgen im Wassertourismus

Lernvideo: Hitzefolgen im Wassertourismus

Klimafolgen - Umgang mit Hitze im Wassertourismus in Brandenburg

Dieses Video zeigt, wie zunehmende Hitze den Wassertourismus in Brandenburg beeinflusst. Mehr Hitzetage, sinkende Wasserstände und wärmere Gewässer erhöhen Gesundheitsrisiken für Gäste und Mitarbeitende, verschlechtern die Wasserqualität und schränken Befahrbarkeit und Schleusenbetrieb ein. 

Reflexion: Wo steht Ihr Betrieb heute?

Wo steht Ihr Betrieb heute?

Überlegen Sie:

  • Wie stark heizen sich Decks, Terrassen oder Kabinen Ihrer Boote an Sommertagen auf?
  • Gibt es ausreichende Beschattungsmöglichkeiten für Gäste – z. B. Biminis, Sonnensegel, überdachte Bereiche?
  • Steigt Ihr Wasserverbrauch während Hitzeperioden spürbar an (z. B. in Häfen, auf Hausbooten oder in Sanitäranlagen)?
  • Wissen Gäste und Mitarbeitende, wie sie sich bei starker Hitze auf dem Wasser sicher verhalten?
  • Welche Rolle spielen erhöhte Wassertemperaturen, Algenbildung oder Verkrautung für Ihren Betrieb?

Diese Fragen helfen, die eigene Betroffenheit einzuschätzen und zeigen, wo kleine Anpassungen große Wirkung entfalten können.

Drei zentrale Handlungsfelder für Hitzeanpassung im Wassertourismus

1. Hitzeschutz an Bord und an Land

Hohe Sonneneinstrahlung lässt Decks, Kabinen und Steganlagen schnell überhitzen. Wirksamer Schutz entsteht durch ausreichende Verschattung wie Biminis, Sonnensegel oder überdachte Wartebereiche sowie durch helle, hitzearme Materialien. Gut belüftete Innenräume erhöhen den Komfort spürbar. Ergänzend tragen Hinweise für Gäste zu UV-Schutz, Kopfbedeckung und ausreichender Flüssigkeitsaufnahme dazu bei, gesundheitliche Risiken zu reduzieren.

2. Wasser- und Ressourcenmanagement

Hitze steigert den Wasserverbrauch, während Niedrigwasser und Qualitätsveränderungen häufiger auftreten. Effiziente Lösungen wie Regen- und Grauwassernutzung, wassersparende Systeme an Land und an Bord sowie Trockentrenntoiletten entlasten die Wasserversorgung. Ein regelmäßiges Monitoring der Wasserqualität – insbesondere bei Algenbildung oder hohen Wassertemperaturen – ermöglicht frühzeitige Anpassungen im Betrieb und transparente Gästeinformation.

Infografik
Inspiration
Nächste Schritte

Ihre nächsten Schritte

Übertragen Sie die Impulse aus der Lernreihe auf Ihren eigenen Betrieb und vertiefen Sie jene Aspekte, die für Ihre Strukturen und Abläufe besonders relevant sind. So entsteht aus den vorgestellten Inhalten ein konkreter, betriebsbezogener Handlungsrahmen.

Ausblick:

In der nächsten Woche geht es um ein Thema, das eng mit Hitzebelastung verknüpft ist: Extremwetter und Starkregen auf Campingplätzen – wie Sie sich und Ihre Gäste schützen können. Bleiben Sie dran!

Chatbot KLARA

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