Nachhaltigkeit

Waldbrandgefahr: Gäste informieren, Risiken vermeiden

13.07.2026
Sharing
  • In Zwischenablage kopiert

Brandenburg zählt aufgrund seiner ausgedehnten Kiefernwälder, sandigen Böden und zunehmend trockenen Sommer zu den waldbrandgefährdeten Regionen. Für touristische Betriebe – von Campingplätzen über Ferienunterkünfte bis hin zu Naturerlebnis-Anbietern – ist es deshalb besonders wichtig, Gäste frühzeitig über aktuelle Waldbrandgefahren, Verhaltensregeln und mögliche Einschränkungen zu informieren.

Hohe Waldbrandgefahrenstufen, Sperrungen von Waldgebieten oder Zufahrten sowie Sicherheitsrisiken können Ausflüge, Wanderungen, Radtouren, Grillabende oder Campingangebote kurzfristig beeinflussen. Eine klare Kommunikation schützt nicht nur Gäste und Mitarbeitende, sondern auch Natur, Infrastruktur und die Betriebe selbst. 

Aktuelle Waldbrandgefahr ernst nehmen 

Die Waldbrandgefahr wird in Brandenburg regelmäßig in der Saison vom 1. März bis 30. September bewertet. Wichtige Informationsquellen sind unter anderem: 

  • Waldbrandschutz in Brandenburg – Landesbetrieb Forst Brandenburg 
  • Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD) 
    „Wetter und Klima – Deutscher Wetterdienst – Leistungen – Waldbrandgefahrenindex“ 

Touristische Betriebe sollten die aktuelle Lage regelmäßig prüfen – insbesondere in Trockenperioden, bei Hitze, starkem Wind oder länger ausbleibendem Regen. Bei hohen Waldbrandgefahrenstufen können zusätzliche Einschränkungen gelten, etwa Betretungsverbote, Sperrungen von Wegen oder Einschränkungen beim Grillen und bei Veranstaltungen im Freien. 

Zentrale Verhaltensregeln für Gäste 

Folgende Regeln sollten Gäste deutlich sichtbar und verständlich erhalten – zum Beispiel in der Buchungsbestätigung, an der Rezeption, in Gästemappen, auf Aushängen, auf der Website oder per Messenger vor der Anreise: 

  • Rauchen Sie nicht im Wald! 
  • Vermeiden Sie offenes Feuer im Wald oder in einem Abstand von mindestens 50 Metern zum Wald! 
  • Grillen Sie nicht an Seeufern in Waldnähe! 
  • Halten Sie Wald-Zufahrten für Feuerwehr und Rettungskräfte frei! 
  • Parken Sie im Wald nur auf dafür ausgewiesenen Flächen! 
  • Melden Sie jeden Brand schnellstmöglich unter der Rufnummer 112! 

Wichtig ist: Schon eine weggeworfene Zigarette, heiße Asche, Funkenflug oder ein falsch geparktes Fahrzeug auf trockenem Gras können einen Brand auslösen. 

Feuerwehrautos hinter einer Absperrung im Wald
Quelle:

pixabay

royber99

Was touristische Betriebe konkret tun können 

1. Gäste aktiv sensibilisieren 

Gerade Urlaubsgäste kennen die regionale Waldbrandgefahr oft nicht. Betriebe sollten daher nicht nur Verbote aussprechen, sondern kurz erklären, warum bestimmte Regeln gelten. Eine freundliche, klare Ansprache erhöht die Akzeptanz. 

Beispiele für geeignete Kommunikationswege: 

  • Hinweis in der Buchungsbestätigung 
  • Aushang an Rezeption, Sanitärgebäuden, Campingküche oder Fahrradverleih 
  • Infoblatt in Ferienwohnungen und Hotelzimmern 
  • QR-Code zu aktuellen Waldbrandinformationen 
  • Hinweise auf der Website und in Social-Media-Kanälen 
  • persönliche Information beim Check-in 
  • mehrsprachige Hinweise für internationale Gäste 

2. Naturtourismus sicher organisieren 

Anbieter von Wanderungen, Radtouren, Kanutouren oder Naturführungen sollten ihre Programme bei hoher Waldbrandgefahr überprüfen. Dazu gehört: 

  • Routen tagesaktuell prüfen 
  • gesperrte Waldgebiete meiden 
  • Alternativangebote vorbereiten 
  • Gäste vor Tourbeginn auf Rauchverbot und Feuerverbot hinweisen 
  • keine Picknick- oder Pausenplätze in gefährdeten Bereichen wählen 
  • keine Touren anbieten, wenn Sicherheitsrisiken bestehen 

Als Orientierung können allgemeine Verhaltensregeln wie der Brandenburger Waldknigge oder regionale Naturpark-Hinweise dienen. Der Naturpark Uckermärkische Seen hat beispielsweise einen kompakten „Knigge“ mit allgemeinen Verhaltensregeln in der Natur veröffentlicht.

3. Campingplätze besonders vorbereiten 

Campingplätze und Wohnmobilstellplätze tragen eine besondere Verantwortung, da dort häufig gekocht, gegrillt und mit Gas, Strom oder offenem Licht hantiert wird. 

Empfehlungen für Campingbetriebe: 

  • klare Regeln zu offenem Feuer, Lagerfeuern und Feuerschalen 
  • Grillverbote bei hoher Waldbrandgefahr konsequent kommunizieren 
  • nur ausgewiesene Grillbereiche nutzen lassen, wenn erlaubt 
  • Aschebehälter brandsicher bereitstellen 
  • keine heiße Asche in Restmülltonnen entsorgen lassen 
  • Zufahrten und Rettungswege sichtbar freihalten 
  • Gäste beim Check-in auf aktuelle Waldbrandstufe hinweisen 
  • Feuerlöscher, Löschwasserstellen und Notfallpläne regelmäßig prüfen 

Je nach Lage und Waldbrandstufe kann es sinnvoll sein, Alternativen anzubieten, etwa den Verleih von Elektro- oder Gasgrills, sofern deren Nutzung vor Ort erlaubt und sicher möglich ist.

Beispieltext für Gäste 

Touristische Betriebe können folgenden Text direkt oder angepasst verwenden: 

Hinweis zur Waldbrandgefahr in Brandenburg

Liebe Gäste, 
aufgrund anhaltender Trockenheit kann in Brandenburg eine erhöhte Waldbrandgefahr bestehen. Bitte beachten Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit und zum Schutz unserer Natur folgende Regeln: 

  • Rauchen ist im Wald nicht erlaubt. 
  • Offenes Feuer ist im Wald und in einem Abstand von mindestens 50 Metern zum Wald verboten. 
  • Grillen an Seeufern in Waldnähe ist zu vermeiden und kann bei hoher Waldbrandgefahr untersagt sein. 
  • Bitte parken Sie nur auf ausgewiesenen Flächen. 
  • Halten Sie Zufahrten für Feuerwehr und Rettungskräfte immer frei. 
  • Wenn Sie Rauch oder Feuer entdecken, rufen Sie sofort die 112

Bitte informieren Sie sich vor Ausflügen über aktuelle Sperrungen und Waldbrandwarnungen. Vielen Dank, dass Sie mithelfen, Brandenburgs Wälder zu schützen. 

Fazit 

Waldbrandschutz ist in Brandenburg ein zentrales Thema für den Tourismus. Wer Gäste frühzeitig, klar und freundlich informiert, leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit und zum Schutz der Natur. Touristische Betriebe sollten aktuelle Waldbrandstufen im Blick behalten, Regeln verständlich kommunizieren und bei hoher Gefahr konsequent handeln. So bleiben Naturerlebnisse auch in trockenen Zeiten verantwortungsvoll und sicher.