Nachhaltigkeit

Wasserknappheit: Worauf touristische Betriebe achten sollten

21.07.2026
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Brandenburg ist geprägt von Seen, Flüssen und Kanälen. Doch Klimawandel, längere Trockenphasen und steigende Temperaturen verändern die Bedingungen für den Tourismus spürbar. Sinkende Pegelstände, eingeschränkte Befahrbarkeit, schlechtere Wasserqualität und wachsende Nutzungskonflikte um Wasserressourcen werden für Betriebe zunehmend relevant.

Niedrigwasser: Folgen für Angebote und Gäste

Häufigere Niedrigwasserphasen können dazu führen, dass Boote Gewässerabschnitte nur eingeschränkt befahren können. Reduzierte Schleusenzeiten, Sammelschleusungen, temporäre Sperrungen oder starke Verkrautung beeinträchtigen die Erlebnisqualität und können Stornierungen sowie Umsatzeinbußen verursachen – besonders bei Betrieben ohne Alternativangebote.

Auch Sicherheitsrisiken nehmen zu: Durch Trockenstress können Bäume entlang von Fließgewässern instabil werden, Äste abbrechen oder Bäume umstürzen.

See mit Niedrigwasser in Brandenburg
Quelle:

TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH

Nina Bloß

Höhere Wassertemperaturen: längere Saison, aber mehr Risiken

Steigende Wassertemperaturen können die Badesaison verlängern und zusätzliche Nachfrage in der Vor- und Nachsaison schaffen. Gleichzeitig verschlechtern sich bei Wärme, Niedrigwasser und hoher Nährstoffbelastung häufig die Wasserqualität und die ökologische Situation vieler Seen.

Mögliche Folgen sind Blaualgen, Badeverbote, stärkere Verkrautung und sinkende Bade- oder Befahrungsqualität. Solche Einschränkungen führen schnell zu Unzufriedenheit bei Gästen und können auch das Image ganzer Regionen belasten.

Was Betriebe konkret tun können

Touristische Anbieter können Risiken verringern, indem sie:

  • alternative Routen und Ersatzangebote vorbereiten, z. B. Rad-, Wander-, Kultur- oder Naturangebote,
  • flexibel auf Sperrungen, reduzierte Schleusenzeiten oder Kontingentierungen reagieren,
  • mit Kommunen, Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung sowie Tourismusorganisationen zusammenarbeiten,
  • praktische Lösungen wie Umtragehilfen oder abgestimmte Befahrungsregelungen anregen,
  • Stege, Uferbereiche und Wasserzugänge regelmäßig auf Sicherheitsrisiken prüfen,
  • den eigenen Wasserverbrauch erfassen und senken,
  • wassersparende Technik, Leckagekontrollen und bedarfsgerechte Bewässerung einsetzen, Gäste durch Handtuchwechsel nach Bedarf oder Hinweise zum sparsamen Wasserverbrauch einbeziehen.

Gästekommunikation: ehrlich und lösungsorientiert

Bei Niedrigwasser, Badeverboten oder eingeschränkter Befahrbarkeit ist frühzeitige und transparente Kommunikation entscheidend. Gäste sollten bereits vor der Anreise erfahren, ob Einschränkungen bestehen und welche Alternativen möglich sind.

Hilfreich sind aktuelle Hinweise auf der Website, Vorab-Mails, klare Informationen vor Ort und geschulte Mitarbeitende. Wichtig ist: Nicht nur Probleme benennen, sondern Lösungen anbieten, wie etwa alternative Touren, Umbuchungsmöglichkeiten oder Ausflugstipps.

Wasserknappheit und sinkende Pegelstände werden für touristische Betriebe in Brandenburg zu einem wichtigen Zukunftsthema. Wer aktuelle Informationen nutzt, Angebote flexibel gestaltet, Wasser im Betrieb spart und Gäste transparent informiert, stärkt die eigene Anpassungsfähigkeit und trägt dazu bei, Brandenburg als attraktive Wasser- und Naturreiseregion zu erhalten.

Beispieltext für Gäste 

Touristische Betriebe können folgenden Text direkt oder angepasst verwenden: 

Hinweis zu Niedrigwasser in Brandenburg

„Aufgrund der aktuellen Niedrigwassersituation kann es auf einzelnen Gewässerabschnitten zu Einschränkungen kommen. Wir prüfen regelmäßig die offiziellen Pegel- und Niedrigwasserinformationen des Landes Brandenburg und informieren Sie rechtzeitig über mögliche Änderungen und Alternativen.“