Destinationsmanagement

Vom Industriestandort zum Reiseziel: Pressefahrt nach Wittenberge

31.08.2026
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Genau 236 Tage vor der Eröffnung der 8. Brandenburgischen Landesgartenschau im April 2027 besuchten Wirtschafts- und Tourismusministerin Martina Klement und Christian Woronka, Geschäftsführer der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH, gemeinsam mit Journalistinnen und Journalisten am 28. August 2026 die Gastgeberstadt Wittenberge.

Nach der Schließung des einst größten Nähmaschinenwerks Europas hat die Stadt an der Elbe einen tiefgreifenden Transformationsprozess durchlaufen und sich zu einem Standort entwickelt, an dem Stadtentwicklung, Wirtschaft, Kultur, Naturerlebnis und Tourismus eng ineinandergreifen.

Fünf Stationen standen auf dem Programm der Tour, die von Bürgermeister Dr. Oliver Hermann, zugleich Präsident des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg, begleitet wurde: Das Gelände der Landesgartenschau 2027, das VERITAS-Gelände, das Elbe-Resort Alte Ölmühle sowie die Erweiterung des Nedwighafens. Auch der sanierte Bahnhof wurde präsentiert. Die besuchten Orte zeigen exemplarisch, wie öffentliche Impulse und privates Engagement ineinandergreifen.

Wirtschaftsministerin Martina Klement erklärte: „Die Prignitz steht für das, wonach sich viele Menschen heutzutage sehnen: Natur, Ruhe und Regionalität. Wittenberge zeigt eindrucksvoll, wie touristische Entwicklung an ehemaligen Industriestandorten gelingen kann und welche positiven Impulse daraus für die Menschen vor Ort und die gesamte Region entstehen. So wird Tourismus zum Motor für wirtschaftliche Entwicklung, ohne dabei die Identität der Region aus dem Blick zu verlieren. Ich freue mich auf die Landesgartenschau 2027 in Wittenberge."

Pressefahrt Wittenberge: Personen auf Hausboot

V.l.n.r.: Christian Fenske, GF der Wirtschaftsfördergesellschaft WFG und des TV Prignitz, Christian Woronka (GF TMB), Wirtschaftsministerin Martina Klement und Dr. Oliver Herrmann, Bürgermeister Wittenberge. Foto: TMB-Archiv/Birgit Kunkel.

TMB-Geschäftsführer Christian Woronka ergänzte: „Wittenberge steht beispielhaft für eine Stadt im Wandel, die den Tourismus als wichtigen Impulsgeber mitdenkt. Als Tor zum Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe und durch die Lage zwischen Berlin und Hamburg bietet die Stadt beste Voraussetzungen für die Landesgartenschau 2027. Ihre Impulse werden weit über den Veranstaltungszeitraum hinaus in die gesamte Region ausstrahlen.“

Bürgermeister Dr. Oliver Hermann betonte: „Wittenberge hat viel zu bieten: eine hohe Lebensqualität, die Nähe zur einzigartigen Flusslandschaft Elbe-Brandenburg und eine hervorragende Anbindung an Berlin und Hamburg. Genau diese Verbindung aus Natur, guter Erreichbarkeit und vielfältigen Angeboten macht unsere Stadt zu einem attraktiven Ort zum Leben und zu einem lohnenden Ziel für Gäste. Mit der Landesgartenschau 2027 wollen wir diese Stärken noch sichtbarer machen, neue Impulse für Tourismus und Stadtentwicklung setzen und Wittenberge als lebendige Stadt an der Elbe noch stärker über die Region hinaus bekannt machen."

Zu den Stationen der Pressefahrt:

Wittenberge gehört zur Prignitz, der nordwestlichsten Reiseregion Brandenburgs. 2025 wurden dort 201.000 Übernachtungen gezählt. Kleine Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Campingangebote prägen das Übernachtungsangebot. In gewerblichen Betrieben ab zehn Betten stehen rund 4.000 Betten zur Verfügung. Innerhalb von zehn Jahren stieg die Zahl der Übernachtungen um 50 Prozent. Ruhe und Weite in beeindruckender Naturlandschaft zählen zu den Kernkompetenzen der Region. Gäste kommen vor allem wegen des Naturerlebnisses und zum Radfahren.

Zur Landesgartenschau erwartet Wittenberge vom 21. April bis 24. Oktober 2027 bis zu 500.000 Gäste. Wittenberge und die Prignitz sind damit im nächsten Jahr Gastgeber der besucherstärksten Veranstaltung Brandenburgs. Für das rund 20 Hektar große Gelände entwickelt Wittenberge bestehende Parkanlagen weiter und wertet sie dauerhaft auf. Innenstadt und Elbufer sind fußläufig erreichbar. Im Veranstaltungszeitraum sind mehr als 1.000 Veranstaltungen geplant. 

Im Rahmen der Pressefahrt wurde das LAGA-Areal Stadtpark mit der historischen Trinkhalle und dem Wasserturm besucht. Die Trinkhalle wird ein wichtiger Gastronomie-Standort der LAGA werden. Der Wasserturm, der derzeit saniert und mit einem Aufzug versehen wird, nimmt unter anderem eine Ausstellung zum UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe auf. Der alte Baumbestand im Park ist mit Blick auf die Temperaturen im Sommer ein großer Pluspunkt des Geländes. Die Wege sind barrierefrei gestaltet und auch bei den Spielplätzen wurde auf inklusive Spielmöglichkeiten für Kinder geachtet. Bürgermeister Dr. Oliver Hermann berichtete, dass die Arbeiten zur Vorbereitung der LAGA gut im Zeitplan liegen. 

Repräsentatives Eingangstor der Stadt – nicht nur zur Landesgartenschau – ist der umfassend sanierte Bahnhof mit historischem Mitropa-Saal, der im Juni 2026 wieder eröffnet wurde. Als ICE-Station an der Strecke Berlin–Hamburg erfüllt er eine wichtige Mobilitätsfunktion für die Region. Im Gebäude befinden sich nun auch Technologie- und Gewerbezentrum, Kleinstadt Akademie, Jobcenter sowie Coworking-, Seminar- und Veranstaltungsflächen.

Auch die Erweiterung des Nedwighafens an der Elbe ist rechtzeitig vor der Landesgartenschau abgeschlossen. Neben Bootsliegeplätzen, Wohnmobilstellplätze mit Elbblick und Angeboten für Paddlerinnen und Paddler liegen jetzt auch komfortable Iglu-Hausboote mit großem Sonnendeck im Hafen vor Anker, die bereits gebucht werden können. Die schon bestehende Gastronomie mit großer Außenterrasse und Blick auf die Elbe wird derzeit aus- und umgebaut und wird künftig das Angebot ergänzen.  

Ein Beispiel erfolgreicher Transformation ist das Elbe-Resort Alte Ölmühle. Seit 2007 hat Familie Lange das Industrieareal der einstigen Märkischen Ölwerke nach langem Leerstand schrittweise zu einem mehr als 38.000 Quadratmeter großen Urlaubsresort entwickelt. Heute beherbergen die denkmalgeschützten Gebäude ein Hotel, Restaurant, Brauhaus, Veranstaltungsflächen, Wellnessbereich sowie einen Tauch- und Kletterturm. Die Alte Ölmühle ist außerdem der Austragungsort der jährlichen Elblandfestspiele. Lutz und Jan Lange stellten den Familienbetrieb vor und berichteten von ihren Anfängen an diesem Standort. Urlaubsgäste an den Wochenenden und Geschäftsreisende bzw. Tagungsgäste innerhalb der Woche sorgen ganzjährig für eine gleichbleibend gute Auslastung des Resorts.  

Mitten in der Transformation befindet sich das große VERITAS-Gelände der ehemaligen Nähmaschinenfabrik. Hier entsteht in den kommenden Jahren ein Quartier, das Arbeiten, Wohnen, Tourismus, Kultur, Forschung und Innovation verbinden soll. Während der Landesgartenschau wird eines der Gebäude temporär für Kunst- und Kulturprojekte geöffnet. Projektinitiator und Investor Renaud Vercouter zeigte sich begeistert von den Möglichkeiten am Standort Wittenberge. Zur Landesgartenschau werden Tiny-Häuser am Ufer das Übernachtungsangebot in Wittenberge bereichern. Das mehr als 130 Suiten umfassende Hotel geht zu einem späteren Zeitpunkt an den Start. Das 16 Hektar große Areal ist auch der Standort des historischen Uhrenturms – dem Wahrzeichen Wittenberges. Gäste können den Turm im Rahmen von Stadtführungen besichtigen. 

Pressefahrt Wittenberge: Blick vom Wasserturm

Blick vom Wasserturm auf Wittenberge und Stadtpark

Quelle:

TMB-Archiv

Birgit Kunkel