Vom Industriestandort zum Reiseziel: Wittenberge im Wandel
Rund acht Monate vor der Eröffnung der 8. Brandenburgischen Landesgartenschau im April 2027 besuchen Wirtschafts- und Tourismusministerin Martina Klement und Christian Woronka, Geschäftsführer der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH, die Gastgeberstadt Wittenberge.
Nach der Schließung des einst größten Nähmaschinenwerks Europas hat die Stadt an der Elbe einen tiefgreifenden Transformationsprozess durchlaufen und sich zu einem Standort entwickelt, an dem Stadtentwicklung, Wirtschaft, Kultur, Naturerlebnis und Tourismus eng ineinandergreifen.
Fünf Stationen stehen auf dem Programm der Tour, die von Bürgermeister Dr. Oliver Hermann, zugleich Präsident des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg, begleitet wird: Das Gelände der Landesgartenschau 2027, der sanierte Bahnhof, die Erweiterung des Nedwighafens, das Elbe-Resort Alte Ölmühle und das VERITAS-Gelände. Die besuchten Orte zeigen exemplarisch, wie öffentliche Impulse und privates Engagement ineinandergreifen.
Wirtschaftsministerin Martina Klement erklärt: „Die Prignitz steht für das, wonach sich viele Menschen heutzutage sehnen: Natur, Ruhe und Regionalität. Wittenberge zeigt eindrucksvoll, wie touristische Entwicklung an ehemaligen Industriestandorten gelingen kann und welche positiven Impulse daraus für die Menschen vor Ort und die gesamte Region entstehen. So wird Tourismus zum Motor für wirtschaftliche Entwicklung, ohne dabei die Identität der Region aus dem Blick zu verlieren. Ich freue mich auf die Landesgartenschau 2027 in Wittenberge."
V.l.n.r.: Christian Fenske, GF der Wirtschaftsfördergesellschaft WFG und des TV Prignitz, Christian Woronka (GF TMB), Wirtschaftsministerin Martina Klement und Dr. Oliver Herrmann, Bürgermeister Wittenberge. Foto: TMB-Archiv/Birgit Kunkel.
TMB-Geschäftsführer Christian Woronka ergänzt: „Wittenberge steht beispielhaft für eine Stadt im Wandel, die den Tourismus als wichtigen Impulsgeber mitdenkt. Als Tor zum Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe und durch die Lage zwischen Berlin und Hamburg bietet die Stadt beste Voraussetzungen für die Landesgartenschau 2027. Ihre Impulse werden weit über den Veranstaltungszeitraum hinaus in die gesamte Region ausstrahlen.“
Bürgermeister Dr. Oliver Hermann betont: „Wittenberge hat viel zu bieten: eine hohe Lebensqualität, die Nähe zur einzigartigen Flusslandschaft Elbe-Brandenburg und eine hervorragende Anbindung an Berlin und Hamburg. Genau diese Verbindung aus Natur, guter Erreichbarkeit und vielfältigen Angeboten macht unsere Stadt zu einem attraktiven Ort zum Leben und zu einem lohnenden Ziel für Gäste. Mit der Landesgartenschau 2027 wollen wir diese Stärken noch sichtbarer machen, neue Impulse für Tourismus und Stadtentwicklung setzen und Wittenberge als lebendige Stadt an der Elbe noch stärker über die Region hinaus bekannt machen."
Zu den Stationen der Pressefahrt:
Wittenberge gehört zur Prignitz, der nordwestlichsten Reiseregion Brandenburgs. 2025 wurden dort 201.000 Übernachtungen gezählt. Kleine Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Campingangebote prägen das Übernachtungsangebot. In gewerblichen Betrieben ab zehn Betten stehen rund 4.000 Betten zur Verfügung. Innerhalb von zehn Jahren stieg die Zahl der Übernachtungen um 50 Prozent. Ruhe und Weite in beeindruckender Naturlandschaft zählen zu den Kernkompetenzen der Region. Gäste kommen vor allem wegen des Naturerlebnisses und zum Radfahren.
Zur Landesgartenschau erwartet Wittenberge vom 21. April bis 24. Oktober 2027 bis zu 500.000 Gäste. Wittenberge und die Prignitz sind damit im nächsten Jahr Gastgeber der besucherstärksten Veranstaltung Brandenburgs. Für das rund 20 Hektar große Gelände entwickelt Wittenberge bestehende Parkanlagen weiter und wertet sie dauerhaft auf. Innenstadt und Elbufer sind fußläufig erreichbar. Im Veranstaltungszeitraum sind mehr als 1.000 Veranstaltungen geplant.
Repräsentatives Eingangstor der Stadt – nicht nur zur Landesgartenschau – ist der umfassend sanierte Bahnhof mit historischem Mitropa-Saal, der im Juni 2026 wieder eröffnet wurde. Als ICE-Station an der Strecke Berlin–Hamburg erfüllt er eine wichtige Mobilitätsfunktion für die Region. Im Gebäude befinden sich nun auch Technologie- und Gewerbezentrum, Kleinstadt Akademie, Jobcenter sowie Coworking-, Seminar- und Veranstaltungsflächen.
Auch die Erweiterung des Nedwighafens an der Elbe ist rechtzeitig vor der Landesgartenschau abgeschlossen. Bootsliegeplätze, Wohnmobilstellplätze mit Elbblick, Angebote für Paddlerinnen und Paddler, Iglu-Hausboote sowie neue Gastronomie stärken den Standort für Wasser- und Aktivtourismus.
Ein Beispiel erfolgreicher Transformation ist das Elbe-Resort Alte Ölmühle. Seit 2007 hat Familie Lange das Industrieareal der einstigen Märkischen Ölwerke nach langem Leerstand schrittweise zu einem mehr als 38.000 Quadratmeter großen Urlaubsresort entwickelt. Heute beherbergen die denkmalgeschützten Gebäude ein Hotel, Restaurant, Brauhaus, Veranstaltungsflächen, Wellnessbereich sowie einen Tauch- und Kletterturm. Die Alte Ölmühle ist außerdem der Austragungsort der jährlichen Elblandfestspiele.
Mitten in der Transformation befindet sich das große VERITAS-Gelände der ehemaligen Nähmaschinenfabrik. Hier entsteht in den kommenden Jahren ein Quartier, das Arbeiten, Wohnen, Tourismus, Kultur, Forschung und Innovation verbinden soll. Während der Landesgartenschau wird eines der Gebäude temporär für Kunst- und Kulturprojekte geöffnet. Den historischen Uhrenturm – das Wahrzeichen Wittenberges – können Gäste im Rahmen von Stadtführungen besichtigen.