Woche 2: Gastgewerbe
Wie Sie Ihren Betrieb hitzefest machen – praktische Tipps für Räume, Außenbereiche & Betriebsabläufe
Liebe Gastgeberinnen und Gastgeber,
der Sommer bringt längst nicht mehr nur Leichtigkeit und warme Tage. In vielen Beherbergungsbetrieben und Gastronomien steigen die Temperaturen inzwischen auf Werte, die Gäste, Mitarbeitende und Abläufe gleichermaßen belasten. Zimmer überhitzen, Küchenbereiche werden extrem warm, Außenflächen trocknen aus, Wasserverbrauch und Energiekosten steigen. Die vergangenen Jahre haben deutlich gemacht: Hitzewellen sind keine Ausnahme mehr – sie werden zur Regel.
Warum gerade Beherbergungsbetriebe & Gastronomie besonders betroffen sind
- Viele Gäste gehören zu hitzeempfindlichen Gruppen (z. B. Seniorinnen und Senioren, Familien, (Menschen mit Vorerkrankungen)).
- Innenräume, vor allem schlecht gedämmte Gästezimmer, Küchen oder Veranstaltungsräume, heizen sich schnell auf.
- Außenbereiche wie Terrassen, Biergärten oder Wege verlieren ohne Beschattung massiv an Aufenthaltsqualität.
- Mitarbeitende in Service und Küche sind besonders belastet – ergonomisch und gesundheitlich.
- Wasserverbrauch und Energieaufwand steigen deutlich.
Lernvideo: Umgang mit Hitzefolgen im Gastgewerbe
Wo steht Ihr Betrieb heute?
Überlegen Sie kurz:
- Wie stark erhitzen sich Zimmer, Gasträume oder Küchen an heißen Tagen?
- Gibt es ausreichend Schatten auf Terrassen, Wegen und an Sitzplätzen?
- Steigt Ihr Wasserverbrauch im Sommer deutlich z. B. für Bewässerung, Sanitärbereiche oder Kühlung?
- Wissen Gäste und Mitarbeitende, wie sie sich bei Hitze richtig verhalten?
- Sind hitzeempfindliche Gästegruppen (Ältere, Kinder, Gesundheitsgäste) gut geschützt?
Diese Fragen helfen, die eigene Ausgangslage einzuschätzen und zeigen, wo kleine Veränderungen große Wirkung haben können.
Drei zentrale Handlungsfelder für Hotels & Gastronomie
1. Hitzeschutz in Gebäuden & Außenflächen
Damit Innenräume auch an heißen Tagen angenehm bleiben, helfen vor allem außenliegender Sonnenschutz, helle Fassaden, eine gute Dämmung und eine möglichst effiziente oder natürliche Lüftung. Wo eine bauliche Anpassung nicht kurzfristig möglich ist, verschaffen Ventilatoren oder mobile Kühlgeräte spürbare Entlastung. Gleichzeitig gewinnt die Gestaltung der Außenflächen an Bedeutung: Bäume, Sonnensegel, Schirme oder Pergolakonstruktionen machen Terrassen und Wege auch bei 30 Grad und höher nutzbar und reduzieren UV-Belastungen sowohl für Gäste als auch für Mitarbeitende.
2. Wasser- & Ressourcenmanagement
Hitze verstärkt den Wasserverbrauch, insbesondere in Sanitärbereichen und Bewässerung. Wasserspararmaturen, regelmäßige Wartung, sensorgesteuerte Technik und der Einsatz von Regen- oder Grauwasser dort, wo es möglich ist, sichern die Versorgung und reduzieren Kosten. Eine auf Hitze und Trockenheit angepasste Bepflanzung senkt zusätzlich den Bewässerungsbedarf und stabilisiert Außenbereiche in langen Dürrephasen.
3. Sensibilisierung, Abläufe & Sicherheit
Gäste und Mitarbeitende benötigen an heißen Tagen klare Orientierung und Entlastung. Trinkwasser bereitstellen, beschattete Aufenthaltsbereiche ausweisen und Arbeitsabläufe flexibel anpassen – etwa durch Pausen, leichtere Kleidung oder Tätigkeiten in kühleren Tageszeiten – erhöht Komfort und Sicherheit deutlich. Das Hitzewarnsystem des Deutschen Wetterdienstes unterstützt dabei, rechtzeitig zu reagieren. Ebenso wichtig ist geschultes Personal, das Hitzestress, Kreislaufprobleme oder Risiken für besonders empfindliche Personen erkennt und entsprechend handeln kann.
Entdecken Sie in der Infografik weitere Maßnahmen, die Ihren Gastgewerbebetrieb spürbar sicherer, komfortabler und zukunftsfähiger machen.
Inspiration
Ein inspirierendes Beispiel liefert das Gut Leben Landresort in Bernau: Begrünte Dächer, Naturteiche, ein umfassendes Regen- und Grauwassermanagement sowie biologische Abwasserreinigung zeigen, wie Hotels Klimaresilienz, Ressourcenschutz und Wohlfühlqualität erfolgreich verbinden.
Ihre nächsten Schritte
Übertragen Sie die Impulse aus der Lernreihe auf Ihren eigenen Betrieb und vertiefen Sie jene Aspekte, die für Ihre Strukturen und Abläufe besonders relevant sind. So entsteht aus den vorgestellten Inhalten ein konkreter, betriebsbezogener Handlungsrahmen.
Ausblick:
Extremwetter & Starkregen: Wie Beherbergungsbetriebe & Gastronomie sicher bleiben – ein Thema, das unmittelbar mit Hitzebelastung verknüpft ist. Bleiben Sie dran!
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