Grüne Oasen gegen den Klimawandel
Durch gezielt eingesetzte klimaresiliente Pflanzen und Biodiversitätsmaßnahmen können Tourismusbetriebe die Attraktivität ihrer natürlichen Ressourcen bewahren und Klimarisiken wie Trockenstress und Dürreperioden vorbeugen.
Brandenburgs Tourismusbranche lebt von ihrer Natur: Gäste schätzen die Landschaften, Wälder, Seen und Flüsse sowie die damit verbundenen Aktivitäten zu Fuß, auf dem Rad oder auf dem Wasser. Doch genau diese natürlichen Ressourcen sind durch den Klimawandel gefährdet. Sinkende Wasserstände durch Dürreperioden, Trockenstress in den Wäldern und vermehrter Schädlingsbefall bedrohen das Landschaftsbild und damit direkt die Attraktivität von Wander-, Rad-, Wasser- und Badetourismus. Hinzu kommt der Artenverlust: Die biologische Vielfalt nimmt ab, Lebensräume verändern sich, und der notwendige Waldumbau verändert vertraute Landschaften. Diese Entwicklungen gefährden nicht nur die Natur, sondern auch die wirtschaftliche Stabilität der touristischen Betriebe.
Besuchende picknicken auf einer Wiese im Birnengarten von Ribbeck
TMB
Julia Nimke
Durch gezielt eingesetzte klimaresiliente Pflanzen und Biodiversitätsmaßnahmen können Tourismusbetriebe jedoch ihre Attraktivität bewahren und gleichzeitig zur Klimaanpassung beitragen. Hitze- und trockenheitsverträgliche Pflanzen verbessern das Mikroklima spürbar, kühlen Außenflächen, reduzieren Staubentwicklung und fördern Biodiversität – ein klarer Gewinn für Aufenthaltsqualität und Betriebsflächen. Naturbasierte Lösungen stärken Ökosysteme und machen sie widerstandsfähiger gegen Dürren, Überschwemmungen und Stürme.
Fünf konkrete Anpassungsmaßnahmen für Ihren Betrieb:
- Setzen Sie bei Neubepflanzungen gezielt auf trockenheitsverträgliche, heimische Pflanzenarten wie Spitzahorn oder Felsenbirne, die weniger Wasser benötigen und gleichzeitig Insekten und Vögel anlocken.
- Legen Sie Wildpflanzenflächen an. Bereits kleine Flächen von vier Quadratmetern fördern die Artenvielfalt deutlich und schaffen attraktive Naturerlebnisse für Gäste.
- Es empfiehlt sich die Schaffung von Wasserspeichern und Regenwasserbewirtschaftung, um Dürreperioden besser zu überbrücken und gleichzeitig Überschwemmungen vorzubeugen.
- Gestalten Sie Ihre Grünflächen naturnah und verzichten Sie auf Pestizide. Das reduziert Kosten und erhöht die Biodiversität.
- Beziehen Sie Ihre Gäste aktiv in Naturschutzmaßnahmen ein, etwa durch Führungen zu Biodiversitätsprojekten oder Mitmach-Aktionen. Das schafft Mehrwert und stärkt die emotionale Bindung zur Destination.
Projekt Klimafolgenanpassung im Tourismus
Sie wollen mehr erfahren zum Thema Klimaanpassung für Tourismusbetriebe? Gemeinsam mit der Tourismusbranche, der BTE Tourismus- und Regionalberatung sowie Wissenschaftlern des ZENAT und des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung hat die TMB Tourismus-Marketing Brandenburg in einem Forschungsprojekt die Folgen des Klimawandels für den Tourismus in Brandenburg untersucht und Leitfäden zur Anpassung für die einzelnen Branchen herausgegeben.