Cool bleiben bei Hitzewellen
Hitzeschutz ist kein Randthema mehr, sondern Teil einer zukunftsfähigen Tourismusstrategie. Wer jetzt handelt, schützt Menschen und sichert die Qualität des touristischen Angebots in Brandenburg langfristig.
Die Temperaturen steigen auch in Brandenburg. Hitzetage mit einer Tageshöchsttemperatur von mindestens 30 Grad treten häufiger auf und dauern länger an. Für den Tourismus bedeutet das neue gesundheitliche Risiken für Gäste, steigende Belastungen für Mitarbeitende und wachsende Anforderungen an Infrastruktur und Organisation. Klimaanpassung wird damit zur konkreten Managementaufgabe.
Auf der Themenseite „Klimaanpassung“ im Tourismusnetzwerk Brandenburg werden Hintergründe, Klimarisiken und branchenspezifische Maßnahmen für Betriebe gebündelt dargestellt. Ein zentrales Ergebnis des zugrunde liegenden Klimagutachtens sind praxisnahe Leitfäden und ein umfassendes Wissenspapier, die die Auswirkungen des Klimawandels, darunter zunehmende Hitze, für den Brandenburgischen Tourismus systematisch aufbereiten.
pixabay.com
erge
Kurzfristig wirksam: Konkrete Maßnahmen für heiße Tage
Bereits mit einfachen Schritten können touristische Anbieter sich und ihre Gäste schützen:
- Wetter-Warnapps nutzen:
Ortsgenaue Hitzewarnungen ermöglichen es, frühzeitig zu reagieren – etwa Personalplanung anzupassen, zusätzliche Wasserstationen bereitzustellen oder Veranstaltungen zu verlegen. - Beschattung schaffen:
Schattenspendende Vegetation, Sonnenschirme, Pergolen oder temporäre Sonnensegel reduzieren direkte Strahlung deutlich. Auch Fassaden- und Dachbegrünung tragen zur Kühlung bei. - Öffnungszeiten anpassen:
Führungen, Stadtspaziergänge oder Outdoor-Events lassen sich in die Morgen- oder Abendstunden verlegen. Das erhöht die Aufenthaltsqualität und reduziert gesundheitliche Risiken. - Gäste aktiv informieren:
Hinweise zu ausreichender Flüssigkeitszufuhr, zum Meiden der Mittagshitze oder zu alternativen, weniger anstrengenden Aktivitäten stärken die Eigenvorsorge der Gäste. - Kühlere Räume integrieren:
Museen, Ausstellungen oder klimatisch angenehm temperierte Innenräume werden an Hitzetagen zum attraktiven Rückzugsort und bieten neue Vermarktungschancen. - Mitarbeitende schützen:
Ausreichende Pausen, Trinkangebote, angepasste Dienstpläne, leichte Arbeitskleidung und klar geregelte Hitzeschutzmaßnahmen sind zentrale Bausteine eines verantwortungsvollen Arbeitsschutzes.
Langfristig investieren: Gebäude und Ressourcen fit machen
Neben Sofortmaßnahmen gewinnen strukturelle Anpassungen an Bedeutung:
- Hitzeschutz in Gebäuden und Außenflächen:
Außenliegender Sonnenschutz, helle Fassaden, gute Dämmung und effiziente Lüftungssysteme helfen, Innenräume kühl zu halten. Bäume, Grünflächen und beschattete Aufenthaltsbereiche steigern zugleich die Aufenthaltsqualität. - Wasser- und Ressourcenmanagement:
Wasserspararmaturen, regelmäßige Wartung sowie der Einsatz von Regen- oder Grauwasser reduzieren den Verbrauch und sichern langfristig die Versorgung, was besonders relevant bei zunehmenden Trockenperioden ist.
TMB
AKade
Mehrwert für Betriebe
Wer heute in Hitzeschutz investiert, schützt nicht nur Gesundheit, sondern stärkt auch Wettbewerbsfähigkeit und Image. Gäste schätzen gut vorbereitete, sichere Angebote. Mitarbeitende profitieren von verbesserten Arbeitsbedingungen. Klimaangepasste Betriebe sind zudem besser auf Extremereignisse vorbereitet und reduzieren wirtschaftliche Risiken.
Natürlich gilt es, Ihr Engagement auch "sichtbar" zu machen. Nutzen Sie dazu die bereitgestellte Checkliste im Linkbereich, wo Sie Schritt für Schritt ein eigenes Kommunikationskonzept erarbeiten.
Brandenburgweit und Bundesweit
Deutschlandweit betrachtet gehört Brandenburg zu den am stärksten von Hitze betroffenen Regionen: Brandenburg verzeichnet – hinter Berlin – die meisten Hitzetage. Daher empfiehlt sich der Austausch mit Partnern wie dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt (MASGZ) oder Initiativen wie dem Hitzeaktionstag. Mit bundesweiten Aktionen wird hier darauf aufmerksam gemacht, dass Hitze das größte klimabedingte Gesundheitsrisiko in Deutschland darstellt und gesundheitlicher Hitzeschutz dringend notwendig ist.