1. Webinar: Klimarisiken erkennen und einordnen (28.01.2026)
Welche Klimarisiken treffen Ihre Region und wie reagieren Gäste darauf? Das Webinar kombiniert Fachwissen mit der Frage, welche Rolle Tourismusverantwortliche aktiv in der Anpassung einnehmen können. Es gibt Orientierung zu verstehen, wie Verhalten in Klimafragen entsteht und wie darauf zu reagieren ist.
Beim Auftakt-Webinar blickten Tourismusverantwortliche auf eine zentrale Grundlage wirksamer Anpassung: das frühzeitige Erkennen, Einordnen und Verstehen regionaler Klimarisiken – und ihrer Auswirkungen auf Gäste, Angebote und Destinationen.
Es wurde deutlich: Was früher als „Jahrhundertereignis“ galt, tritt zunehmend häufiger auf. Auch Brandenburg ist bereits heute spürbar betroffen. Steigende Temperaturen, längere Trockenphasen und heftigere Starkregenereignisse verändern Rahmenbedingungen – mit direkten Folgen für Infrastruktur, Naturraum, Angebotsgestaltung und Besucherströme. Gleichzeitig zeigen sich deutliche Unterschiede innerhalb des Landes, die eine differenzierte, regionale Betrachtung notwendig machen.
Dominika Mazurkiewicz hat aufgezeigt, wie das Tool der Klimarisikoanalyse aus dem bestehenden Konzept gezielt genutzt werden kann, um Risiken für die eigene Region systematisch zu erfassen und zu priorisieren. Sie hat deutlich gemacht, welche zentrale Rolle das Destinationsmanagement dabei einnimmt – von der Kooperation und Schnittstellenmanagement über Standards setzen und verbreiten bis Gemeinsame Pilotprojekte initiieren. Konkrete Handlungsmöglichkeiten können in Angebotsgestaltung und -steuerung bis hin zur Koordination erster konkreter Schritte in der Umsetzung gelingen.
Ergänzend hat Eva Södermann den Fokus auf Motivation und Verhalten gelegt. Sie zeigte, warum nachhaltiges Handeln oft einer „Sisyphosarbeit“ gleicht, wenn strukturelle Rahmenbedingungen fehlen. Veränderung ist unbequem und erzeugt Unsicherheit – psychologische Barrieren und Widerstände sind daher normal. Hinter ihnen stehen häufig grundlegende Bedürfnisse wie Kontrolle oder Zugehörigkeit. Besonders wichtig: Menschen lassen sich weniger durch Fakten als durch Emotionen bewegen. Kommunikation gelingt dann, wenn sie Bedürfnisse ernst nimmt, positive Gefühle erzeugt und Handlungsspielräume erleichtert – etwa durch passende Rahmenbedingungen, den Blick auf den eigenen Klimahandabdruck und konkrete, alltagstaugliche Ansätze.
Einen besonders anschaulichen Praxisblick brachte Stefan Kaserbacher aus der Destination Schenna / Südtirol ein. Er machte deutlich, dass Klimafolgenanpassung im Tourismus nur dann dauerhaft funktionieren kann, wenn sich auch die einheimische Bevölkerung vor Ort wohlfühlt und eine breite Mehrheit den eingeschlagenen Weg mitträgt. Gleichzeitig wurde klar, dass zentrale Rahmenbedingungen wie Wohnbaupolitik oder Verkehr nur begrenzt im Einflussbereich des Tourismus liegen. Umso wichtiger sind klar verteilte Verantwortlichkeiten, realistische Erwartungshaltungen und ausreichende personelle Ressourcen, damit Klimaanpassung nicht als Zusatzaufgabe, sondern als gemeinschaftlicher Entwicklungsprozess verstanden und umgesetzt werden kann.
Zentrale Erkenntnisse aus dem Webinar:
Klimarisiken nehmen zu, wirken regional unterschiedlich und erfordern eine destinationsspezifische Analyse.
Destinationsmanagement hat eine zentrale Rolle bei Koordination, Angebotssteuerung und Kommunikation.
Motivation entsteht nicht allein durch Wissen, sondern durch passende Rahmenbedingungen und emotionale Ansprache: Emotionen bewegen, nicht Fakten!
Bedürfnisse hinter Emotionen wie Wut und Angst erkennen und ernst nehmen
Akzeptanz, klare Verantwortlichkeiten und personelle Ressourcen sind entscheidend für die Umsetzung.
Wirksame Anpassung erfordert klare Verantwortlichkeiten und ausreichende personelle Ressourcen.
Mit regionalen Rahmenbedingungen realistisch umzugehen und dort mutig anschieben, wo Zusammenarbeit, Dialog und gemeinsame Lösungen möglich und nötig sind
Ausblick auf das nächste Webinar:
Klimafolgenanpassung in Strukturen verankern am 10.02.2026
Im zweiten Webinar geht es darum, wie aus Wissen und Risikoeinschätzung dauerhaftes Handeln wird: Wie lässt sich Klimafolgenanpassung systematisch in Organisationsstrukturen, Entscheidungsprozesse und Zusammenarbeit integrieren? Welche Rollen, Zuständigkeiten und Abläufe braucht es und wie gelingt das auch unter knappen Ressourcen? Dazu begrüßen wir Sebastian Rischen mit seinen Erfahrungen aus St-Peter-Ording und dem Ahrtal sowie Thomas Wurzinger, der seine Perspektive aus Saalfelden-Leogang in Tirol einbringt.
Die nächsten Webinare für Tourismusverantwortliche
Im Rahmen der Klima-Lernreihe können sich Tourismusverantwortliche noch hier anmelden