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Kulturpolitische Konferenz 2025

12.03.2024
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Unter dem Motto „Kultur und Tourismus – eine erfolgreiche Allianz?!“ kamen 150 Teilnehmende aus Kultur und Tourismus am 05. Dezember 2025 im Ofenmuseum Velten zusammen. Eingeladen hatte das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (MWFK). Die TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH war Partner der mittlerweile zehnten Kulturkonferenz.

Ein Rückblick

Die Konferenz bot Fachimpulse, Podiumsdiskussionen sowie Workshops zu erfolgreicher kulturtouristischer Zusammenarbeit, Inklusion, digitaler Sichtbarkeit und Potenzialen einer stärkeren Verbindung von Kultur- und Naturangeboten. 

Eröffnung Dr. Manja Schüle
Quelle:

Stefan Escher | Beste Gesellschaft.

Grußworte und Impulse

Kulturministerin Dr. Manja Schüle eröffnete die Konferenz mit einem Grußwort, das sowohl eine Würdigung der bisherigen Zusammenarbeit im kulturtouristischen Bereich als auch einen Appell zur Intensivierung derselben umfasste. 

"Fast jeder zweite Brandenburg-Besucher kommt explizit wegen der kulturellen und historischen Sehenswürdigkeiten zu uns. Damit ist Kultur längst zu einem harten Standortfaktor für unser Land geworden: Sie schafft Arbeitsplätze, generiert Steuereinnahmen und treibt die wirtschaftliche Entwicklung voran."

Als  Erfolgsfaktoren für diesen positiven Beitrag durch den brandenburgischen Kulturtourismus nannte die Ministerin Profilbildung, strategische Kooperationen zwischen Kulturakteuren und Touristiker*innen sowie stärkere digitale Sichtbarkeit.

 

Eröffnung Kulturkonferenz durch Dr. Manja Schüle
Quelle:

Stefan Escher | Beste Gesellschaft.

“Ohne Velten hätten die Berliner gefroren.” 

Mit diesem charmanten Einstieg begrüßte Nicole Seydewitz, Leiterin des Ofen- und Keramikmuseums Velten die Teilnehmenden in ihrem Haus. Mit einem historischen Abriss der Entwicklung des Museumsstandorts Velten machte Seydewitz deutlich, wie eng die Identität des Hauses mit der Handwerks- und Industriegeschichte der Region verbunden ist. 

Foto von Nicole Seydewitz
Quelle:

Stefan Escher | Beste Gesellschaft.

TMB-Geschäftsführer Christian Woronka präsentierte in seinem Impuls den Kulturtourismus als wichtigen Bestandteil des Tourismus in Brandenburg und verdeutlichte anhand von Marktforschungsdaten dessen Bedeutung für Wertschöpfung, Beschäftigung und Lebensqualität. Ein wesentlicher Schwerpunkt der Präsentation lag auf der Sichtbarkeit von Kultur. Durch gezielte analoge und digitale Kommunikation, Kampagnen, das Contentnetzwerk sowie eine intensive Kooperation können Kulturangebote besser präsentiert und neue Zielgruppen erreicht werden.

Foto Christian Woronka
Quelle:

Stefan Escher | Beste Gesellschaft.

Als externe Impulsgeberin stellte Felicitas Remmert, Geschäftsstellenleiterin des Netzwerks Gartenträume – Historische Parks in Sachsen-Anhalt e. V., ihre Arbeit für ein Paradebeispiel gewinnbringender kulturtouristischer Kooperation vor. Sie skizzierte Entstehung und Zweck der Initiative und hob die denkmalpflegerische und touristische Verzahnung hervor. Die 50 Parks des Netzwerks besuchen rund 2 Millionen Gäste und es finden über 500 Veranstaltungen jährlich statt.

Foto von Felicitas Remmert
Quelle:

Stefan Escher | Beste Gesellschaft.

Podiumsdiskussion

Den Einstieg in den intensiven Austausch zu Potenzialen kulturtouristischer Zusammenarbeit bildete die von Kulturabteilungsleiterin Brigitte Faber-Schmidt moderierte Podiumsdiskussion, im Rahmen derer neben der Kulturministerin Dr. Manja Schüle, den beiden Impulsen von Christian Woronka und Felicitas Remmert auch Kathrin Winkler, Geschäftsführerin des Tourismusverbands Lausitzer Seenland e.V., André Nicke, Intendant der Uckermärkischen Bühnen Schwedt und Dr. Arne Lindemann, Geschäftsführer des Museumsverbandes Brandenburg e.V. mitdebattierten.

Auf dem Podium wurden neben den offensichtlichen Synergien zwischen beiden Bereichen auch ihre unterschiedlichen Arbeitsweisen und Prioritäten thematisiert. Dabei wurde deutlich, dass Vernetzung und Kooperation nicht von oben vorgegeben werden können, sondern aus eigener Initiative der Beteiligten entstehen müssen.

Foto von der Podiumsdiskussion
Quelle:

Dirk Wetzel I TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH

Ebenso diskutiert wurden gegenwärtige Potenziale wie auch Herausforderungen für Kultur und Tourismus. Kulturelle Angebote tragen besonders in Krisenzeiten zur regionalen Identitätsstiftung und Demokratieförderung bei - insbesondere dann, wenn sie lokal verankert sind. Gleichzeitig skizzierten die Diskutant*innen Mobilität, Buchbarkeit und digitale Zugänglichkeit als zentrale Handlungsfelder.

"Vertrauen wächst durchs gemeinsame Tun. 80% der Brandenburger Museen liegen im ländlichen Raum – und sind wichtige Orte der Begegnung." Dr. Arne Lindemann, Museumsverband Brandenburg

"Netzwerken funktioniert, wenn es echten Mehrwert bietet – z. B. mit Einblicken hinter die Kulissen und Infotouren." Kathrin Winkler, Tourismusverband Lausitzer Seenland 

"Kultur und Tourismus sollten an einem Strang ziehen. Kulturorte können Werte und Demokratie vermitteln, ohne belehrend zu wirken." Andre Nicke, Uckermärkische Bühnen Schwedt

"Kultur und Tourismus teilen viele Gemeinsamkeiten. Beide schaffen Begegnungen und stärken die Willkommenskultur. Auf 35 Jahre kulturelle Entwicklung in Brandenburg können wir stolz sein." Dr. Manja Schüle

"Sich Zeit füreinander nehmen, Perspektiven austauschen und Kräfte bündeln – so können Kultur und Tourismus gemeinsam wachsen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Kulturland Brandenburg 2026/2027." Christian Woronka

Workshops

Folgende Ergebnisse und Empfehlungen wurden erarbeitet:

Vorteile KI-gestützter Systeme nutzen

  • Kulturtouristische Angebote so aufbereiten, dass sie von klassischen Suchmaschinen und KI‑gestützten Suchsystemen gefunden, verstanden und zitiert werden können.
  • Eine saubere technische Basis der Websites sicherstellen sowie Inhalte klar strukturiert, gut lesbar und konsistent gestalten.
  • Inhalte kanalübergreifend pflegen und eine einheitliche digitale Präsenz aufbauen.
  • Das Contentnetzwerk Brandenburg aktiv nutzen, um Reichweite zu erhöhen und Inhalte standardisiert und anschlussfähig bereitzustellen.

Gewinnbringend mit Social Media arbeiten

  • Ein klares Kommunikationskonzept entwickeln, das Ziele, Zielgruppen, Botschaften und geeignete Kanäle definiert.
  • Social‑Media‑Plattformen zielgruppenspezifisch einsetzen und ihre jeweiligen Stärken berücksichtigen.
  • Auf einen stringenten Markenauftritt, authentische und einfache Formate sowie kontinuierliches Community Management achten.
  • Ausreichende Ressourcen für Werbung und Kooperationen mit Multiplikatoren einplanen.
  • Bewertungen und Rezensionen systematisch berücksichtigen und aktiv managen.
  • KI‑basierte Sichtbarkeit, hochwertige Inhalte und Social‑Media‑Kommunikation zu einer integrierten Gesamtstrategie verbinden.

Sessionleiter*innen: Kerstin Lehmann, TMB-Referentin für Barrierefreies Reisen & Christian Marx, Pädagoge der Gedenkstätte für Opfer der Euthanasie-Morde

Workshop 3 nahm die Gestaltung inklusiver Kulturerlebnisse im Tourismus in den Blick. Die Sessionleiter*innen erörterten mit den Teilnehmenden, wie Service, Komfort und Nutzbarkeit von Angeboten für unterschiedliche Besuchergruppen verbessert werden können. Dabei wurden u.a. barrierefreie Zugänge, unterschiedliche Vermittlungsformate sowie digitale Informationsangebote thematisiert. Ziel war eine Kultur- und Tourismuslandschaft, die möglichst vielen Menschen eine gleichberechtigte Teilhabe ermöglicht.

Impression aus Workshop 3
Quelle:

Stefan Escher | Beste Gesellschaft.

Menschen mit Sinnesbeeinträchtigungen

In dieser Diskussion traten vor allem finanzielle und logistische Hürden in den Vordergrund. Fehlende Mittel für Assistenz, Transporte oder technische Hilfen führen in der Praxis oft schneller zum Ausschluss als mangelnder Wille.

Gute Beispiele:

  • inklusive Tastführungen, die der Museumsverband Land Brandenburg gemeinsam mit Museen erarbeitet
  • Einsatz von „Feelbelts“ z.B. im Waschhaus Potsdam
  • App „Park Sanssouci“ mit Gebärdensprach-Videos
  • Vorstellungen mit Audiodeskription im Hans-Otto-Theater Potsdam
  • Einsatz der App GRETA im Thalia Kino Potsdam (macht Audiodeskription, Untertitel und Hörverstärkung zugänglich)
  • Erlebnisstationen für alle Sinne in der Naturparkausstellung Burg Storkow

 

Menschen mit kognitiven Einschränkungen

Bei dieser Arbeitsgruppe spielten vor allem klare Orientierung, verständliche Sprache und eine offene Willkommenskultur eine Rolle. Genannt wurden Leitsysteme, einfache Sprache, Piktogramme, Bilder, Tastmodelle, Tandemführungen und vor allem eine ehrliche Kommunikation darüber, was vor Ort möglich ist und wo Einschränkungen bestehen.

Gute Beispiele:

  • Führungen in Leichter Sprache von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, z.B. in der Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasiemorde in Brandenburg an der Havel oder in den Schlössern der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
  • App „Park Sanssouci“ mit Infos in Einfacher Sprache
  • Führungen für Menschen mit und ohne Demenz in Potsdamer Museen
  • „Stille Stunde“ auf Veranstaltungen

 

Menschen mit Mobilitätseinschränkungen

Stufen, Schwellen, große Wege, Transportfragen und ungünstige Veranstaltungszeiten standen im Mittelpunkt von Gruppe 3. Hier wurden bessere Abstimmung, verlässliche Informationen und barrierearme Orte als zentrale Hebel benannt. Zertifizierungs- und Erhebungssysteme wie „Reisen für Alle“ oder „Brandenburg für Alle“ können dabei Orientierung geben.

Gute Beispiele:

Ein Fazit des Workshops war, dass vollständige Barrierefreiheit nicht überall und sofort realisierbar ist. Wichtig sind eine pragmatische und schrittweise Verbesserung sowie verlässliche Informationen zur Barrierefreiheit.

Sessionleiter*innen: Dr. Stefan Körner, Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz & Susann Troppa, UNESCO 5 - Erbe der Lausitz

In Workshop 4 wurden Potenziale einer stärkeren Verbindung von Kultur- und Naturangeboten im Tourismus eruiert. Zur Diskussion stand unter anderem, wie sich durch solche Kombinationen neue Zielgruppen ansprechen lassen und welche Rolle Parks und Gärten, Themenrouten oder Radwegenetze für die touristische Erschließung kultureller Orte spielen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie Kultureinrichtungen materielles und immaterielles Kulturerbe als identitätsstiftende Elemente in die touristische Vermittlung und Vermarktung einbringen können.

Folgende Ergebnisse und Empfehlungen wurden erarbeitet:

  • Kulturtourismus an der Schnittstelle von Natur und Kultur mit langfristig tragfähigen Strukturen weiterentwickeln
  • Regionale Verankerung stärken: Angebote sollen Identifikation vor Ort schaffen und gleichzeitig nach außen sichtbar sein
  • Koordination und Netzwerke vor Ort ausbauen, die Kultur, Tourismus, Verwaltung und Politik verbindlich zusammenbringen
  • Vertrauen in Kompetenzen der Akteur*innen fördern und regelmäßige, abgestimmte Kommunikation sicherstellen
  • Kulinarik als verbindendes Element von Natur, Kultur und Alltag gezielt nutzen
  • Ortsspezifische und überraschende Formate entwickeln, die Aufmerksamkeit und emotionale Bindung erzeugen
  • Erfolgreiche Modelle übertragbar und skalierbar denken
  • Multiplikator*innen in den Regionen gezielt einbinden und vorhandene Reichweiten besser nutzen
  • Einen gemeinsamen Aktionstag („Kultur trifft Natur“) prüfen, um Angebote zu bündeln und Sichtbarkeit zu erhöhen

Thomas Marx

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Bettina Wedde

Referentin Kulturtourismus & Markenmanagement

TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH
Babelsberger Str. 26
14473 Potsdam
Deutschland

Digitale Kaffeepause für die Kulturbranche

05.05.2026

Neue „Digitale Kaffeepause für die Kulturbranche“. Fokus: Aktuelles aus Kulturpolitik & Kulturförderung sowie Klimaanpassung für die Kulturbranche.